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Schilddrüsenhormone: ein empfindliches Gleichgewicht

In der Schilddrüse, einem kleinen, schmetterlingsförmigen Organ auf Höhe des Kehlkopfes, produziert der Körper mehrere Hormone: Trijodthyronin (T3), Thyroxin (T4) und Calcitonin. Schon kleinste Verschiebungen im Mengenverhältnis dieser Hormone können sich nachteilig auf das Wohlbefinden und den Stoffwechsel auswirken.

Frau isst Joghurt

Wer Milchprodukte isst, nimmt wertvolles Jod zu sich. Dieses Spurenelement braucht die Schilddrüse, um Hormone zu produzieren.
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Calcitonin ist hauptsächlich am Calciumstoffwechsel beteiligt und fördert unter anderem den Einbau des Minerals in die Knochen. Es wirkt damit dem Knochenschwund entgegen.

Der Aufgabenbereich von T4 und vor allem des zehnfach stärker wirksamen T3 erstreckt sich auf die Regulation des Energiestoffwechsels. Dazu gehören zum Beispiel der Wärmehaushalt, die Freisetzung von Fett aus den Energiespeichern, die Kohlenhydrataufnahme, der Sauerstoffverbrauch, aber auch Reifungsprozesse in Gehirn oder Skelett.

Zusammenspiel verschiedener Faktoren

Zur Produktion von T3 und T4 verknüpft die Schilddrüse die Aminosäure Thyrosin mit jeweils drei beziehungsweise vier Atomen des Spurenelements Jod. Um korrekt arbeiten zu können, ist sie also auf eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement angewiesen. Die Schilddrüse handelt jedoch nicht in Eigenregie, sondern wird vom Gehirn mittels der Hormone TSH und TRH gesteuert.

Die vier Hormone T3, T4, TSH und TRH bilden einen Regelkreis, das heißt, sie beeinflussen sich gegenseitig. Wird eines davon zu wenig gebildet, zum Beispiel wegen Jodmangel, hat das starke Auswirkungen auf die anderen Spieler im System. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zeigt sich daran, dass die Laborwerte von T3 und T4 fallen, während TSH steigt. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) steigen dagegen T3 und T4, während TSH fällt.

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Jodmangel stört das Gleichgewicht

Wer über längere Zeit zu wenig Jod mit der Nahrung aufnimmt, bringt nicht nur das hormonelle Gleichgewicht durcheinander. Auch die Schilddrüse selbst verändert sich dadurch. Das Organ bildet verstärkt neue Drüsenzellen, um das noch vorhandene Jod optimal auszunutzen und mehr Hormone produzieren zu können. Die Schilddrüse vergrößert sich, und es entsteht ein Kropf.

Da es neben Jodmangel noch andere Ursachen für eine vergrößerte Schilddrüse gibt, sollte ein Arzt klären, was genau dahinter steckt und die Behandlung darauf abstimmen. Bei einer jodreichen Ernährung ersetzt Jodsalz das normale Salz, zusätzlich stehen Seefisch, Milch und Milchprodukte sowie Spinat und Brokkoli regelmäßig auf dem Speiseplan.

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