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Baldrian und Kaffee wirken an derselben Stelle

Baldrian (Valeriana officinalis) ist wohl die bekannteste beruhigende und schlaffördernde Heilpflanze. Und mittlerweile weiß man auch etwas genauer, wie ihre Inhaltsstoffe im Gehirn wirken.

Baldrian
© Jesko Donst

Dass Baldrian bei Nervosität und Einschlafstörungen zuverlässig wirkt,
wussten schon die Heilkundigen in der Antike. Aber bis in die jüngste Vergangenheit war unklar, wie diese Wirkung zustande kommt. In den letzten Jahren konnte die Forschung jedoch immer mehr Licht in die Baldrianwirkung bringen.

Eine Bonner Forschergruppe fand heraus, dass Inhaltsstoffe aus dem Baldrianextrakt bestimmte Bindungsstellen im Gehirn aktivieren, die müde machen. Über dieselben, GABA-A genannten Bindungsstellen entfaltet beispielsweise auch das munter machende Koffein aus Tee und Kaffee seinen Effekt – mit dem Unterschied, dass Koffein diese müde machenden Bindungsstellen blockiert.

Pharmakologen der Universität Wien konnten für die Valerensäure, die ebenfalls im Baldrianextrakt enthalten ist, noch einen anderen, müde machenden Angriffsort im Gehirn ausmachen. Die Substanz wirkt auf bestimmte Untereinheiten der GABA-A-Bindungsstellen in ähnlicher Weise wie betäubende synthetische Arzneimittel, die beispielsweise zur Narkoseeinleitung benutzt werden.

Die höchste Konzentration an schlaffördernden Wirkstoffen findet sich in der Baldrianwurzel. Aus den getrockneten Wurzelstücken können Tees oder Extrakte für Fertigpräparate hergestellt werden. Apotheken führen neben einer großen Auswahl von Baldrian-Fertigpräparaten auch lose Baldrianwurzeln.

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Für einen Tee werden zwei bis drei Gramm der Wurzeln (ein Teelöffel) mit einer Tasse Wasser überbrüht. Drei bis vier Tassen können davon über den Tag verteilt und vor dem Schlafengehen getrunken werden.

Kurzinfo Baldrian

  • Lateinischer Name: Valeriana officinalis
  • Verwendeter Pflanzenteil: Wurzel
  • Hauptanwendungsgebiet: Nervosität und Einschlafstörungen
  • Empfohlene Darreichungsform: Tee, Tinktur, Tablette, Dragee

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