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Chinarinde statt Magenbitter

Der Chinarindenbaum (Cinchona pubescens) stammt aus Südamerika. Sein etwas irreführender deutscher Name leitet sich von dem alten peruanischen Wort "kina" für Rinde ab. Die namensgebende Rinde macht den Baum für die Medizin sehr wertvoll, denn sie enthält zu einem großen Teil Bitterstoffe und ebenfalls bitter schmeckende Alkaloide wie Chinin und Chinidin.

Chinarinde
© Jörn Hofmann/SIGN

Beide werden als Wirkstoffe heutzutage noch in Arzneimitteln eingesetzt: Chinin gegen Malaria und nächtliche Wadenkrämpfe und Chinidin gegen Herzrhythmusstörungen. Sie werden jedoch nicht mehr aus der Rinde gewonnen, sondern synthetisch hergestellt.

Bei der Anwendung der Chinarinde in der Pflanzenheilkunde steht mittlerweile der Geschmack im Vordergrund. Bitterstoffe lösen eine verstärkte Magensaftsekretion aus und steigern dadurch den Appetit. Deswegen tut es gut, bei Appetitlosigkeit dreimal am Tag eine halbe Stunde vor dem Essen eine Tasse Chinarindentee zu trinken. Für den Tee wird ein halber Teelöffel fein geschnittene und getrocknete Chinarinde mit 150 Millilitern kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen.

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Auch die Getränkeindustrie nutzt die Eigenschaften der Rinde. Tonic oder Bitter Lemon verdanken ihren besonderen Geschmack dem als Aromastoff zugesetzten Chinin. Zwar kann der Verzehr größerer Chininmengen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Hör- und Sehstörungen nach sich ziehen. In Erfrischungsgetränken ist Chinin jedoch in so geringer Konzentration enthalten, dass keine Gefahr besteht. Experten raten jedoch Schwangeren von Getränken ab, die Chinin enthalten, da der Wirkstoff vorzeitige Wehen auslösen kann.

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