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Jeder dürfte schon einmal Rotklee (Trifolium pratense) gesehen haben. In Mitteleuropa begegnet einem diese Pflanze mit ihren kugeligen rosa Blütenköpfchen sehr häufig auf Wiesen und Weiden. Sie wird als Tierfutter verwendet und war während der irischen Hungersnot von 1845 bis 1850 sogar für Menschen überlebenswichtig. Aus den getrockneten Samen und Blüten backte die notleidende Bevölkerung Brot.
Rotklee
© Jesko Donst
Heute schätzt auch die Medizin den Rotklee. Denn er enthält, ebenso wie Soja, sogenannte Phytoöstrogene. Diese pflanzlichen Stoffe entfalten im Körper einen ähnlichen Effekt wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Daher kommen Extrakte aus Rotkleeblüten gegen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen zum Einsatz. Gegenüber der herkömmlichen Hormonersatztherapie, die wegen eines erhöhten Krebsrisikos in die Kritik geraten ist, besitzen die Wirkstoffe des Rotklees Vorteile. Studien zufolge sollen sie sogar vor hormonabhängigen Krebsarten schützen.
Diesen Schutz erklären Wissenschaftler auf zweierlei Weise. Zum einen hemmt Rotklee-Extrakt die Östrogenbildung im Körper, zum anderen besetzt er verstärkt Östrogenbindungsstellen, die sich an Knochen, im Nervensystem und an kleinen Blutgefäßen befinden. Im Brustgewebe wirkt er dagegen kaum, er soll daher auch nicht die Krebsentstehung fördern.
Die Volksmedizin kennt weitere Anwendungsgebiete für Rotklee. Innerlich soll er bei Husten den Schleim lösen, und äußerlich wird er gegen chronische Hautkrankheiten wie Ekzeme oder Schuppenflechte eingesetzt.
Auch als Glücksbringer spielt der Klee bis heute eine besondere Rolle im Volksglauben. Das gilt vor allem für Pflanzen, die vier anstatt der üblichen drei Blätter aufweisen. Der vierblättrige Klee muss jedoch durch Zufall gefunden werden. Wer danach gezielt sucht, raubt dem Klee die "Wirkung".
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