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Süßholzwurzel für Magen und Bronchien

Wie viele andere Heilpflanzen führt auch das Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ein Doppelleben als Arznei- und Gewürzpflanze. Dabei steht die Wurzel im Mittelpunkt des Interesses, denn sie enthält die Glycyrrhizinsäure, einen Stoff der 50-mal süßer schmeckt als Haushaltszucker und dazu noch arzneiliche Wirkungen aufweist.

Süßholzwurzel
© Jörn Hofmann/SIGN

Ein Extrakt aus der Süßholzwurzel bildet den Hauptbestandteil von Lakritze, deren charakteristische schwarze Farbe beim Einkochen des Süßholzsaftes entsteht. Dabei ist der Glycyrrhizinsäuregehalt von Lakritze in Deutschland begrenzt: Kinderlakritze darf nur bis zu 0,2 Gramm Glycyrrhizinsäure pro 100 Gramm Lakritze enthalten. Liegt der Gehalt darüber, muss die Ware als Starklakritze gekennzeichnet werden. In jedem Fall sollten nicht mehr als 50 Gramm Lakritze am Tag verzehrt werden, da ansonsten mit der Zeit der Mineralstoffhaushalt durcheinandergeraten und der Blutdruck steigen kann.

Die Glycyrrhizinsäure wirkt schleimlösend und auswurffördernd, daher kommt Süßholzwurzel bei Katarrhen der oberen Luftwege zum Einsatz. Darüber hinaus lindert sie auch die Beschwerden von Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren. Wie dieser Effekt genau zu Stande kommt, ist indes noch nicht geklärt. Fachleute vermuten, dass sie den Abbau von Steroidhormonen bremst, die ihrerseits entzündungshemmend wirken. Neuere klinische Studien zeigen, dass Glycyrrhizinsäure auch Herpesviren inaktiviert.

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Für einen Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Süßholzwurzel mit 150 Millilitern kochendem Wasser und lässt das Ganze 10 bis 15 Minuten ziehen. Diesen Tee dreimal täglich nach den Mahlzeiten trinken, jedoch nicht länger als sechs Wochen hintereinander.

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