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Spritze und Stethoskop

Bisher gibt es keine wissenschaftlichen belege, dass das Mittel "Ukrain" gegen Krebs hilft.
© Barmer-GEK

Di. 29. November 2011

BfArM warnt vor "Ukrain"

Das vermeintliche Krebsarzneimittel "Ukrain" sorgt derzeit für Aufregung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Laut Informationen der Behörde werden derzeit große Mengen des Mittels in Deutschland und in anderen EU-Staaten ungesetzlich in den Verkehr gebracht.

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Bei Ukrain scheint es sich um ein halbsynthetisches Mischpräparat aus dem Zytostatikum Thiotepa und aus Inhaltsstoffen des Schöllkrauts zu handeln. Bezüglich der Zusammensetzung gibt es allerdings auch abweichende Angaben.

Seit Jahren wird für dieses Mittel mit verschiedenen Heilversprechen beworben. Beispielsweise wird im Internet behauptet, Ukrain könne die Chemotherapie bei fast allen Krebsarten ersetzen oder Krebs rückgängig machen. Doch für diese und ähnliche Aussagen sind keine Belege bekannt, die einer wissenschaftlichen Nachprüfung standhalten, so das BfArM. Bei den zugänglichen Veröffentlichungen über klinische Untersuchungen mit Ukrain handele es sich überwiegend um Einzelfallberichte oder um Untersuchungen, die ohne einen Vergleich mit einer Standardtherapie durchgeführt wurden und/oder die andere erhebliche Mängel aufweisen und deren Ergebnisse wegen dieser Mängel nicht beurteilbar seien.

Ukrain ist weder in Deutschland noch in der übrigen Europäischen Union zugelassen, und es liegen derzeit auch keine Zulassungsanträge vor. Frühere Zulassungsanträge im EU-Ausland sind gescheitert. Eine Zulassung wurde 2001 von der Ukraine erteilt, diese wurde jedoch am 14. November 2011 widerrufen.

Das BfArM warnt daher dringend vor einer Anwendung von Ukrain. Krebspatienten sollten sich nur mit zugelassenen Arzneimitteln behandeln lassen. Deren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität sind nachvollziehbar belegt. Und ihr Nutzen-Risiko-Verhältnis wurde in einem Zulassungsverfahren geprüft und für akzeptabel gehalten.

BfArM/RF

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