Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Dabigatran: keine Blutgerinnung messen

Aktuelles

Älterer Mann beim Arzt

Vor einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Dabigatran sollte der Arzt die Nierenfunktion des Patienten überprüfen, da der Wirkstoff bei schwerer Nierenfunktionsstörung kontraindiziert ist.
© AOK-Mediendienst

Mi. 16. November 2011

Blutgerinnung: Dabigatran macht Messung unnötig

Bei neuen Gerinnungshemmern wie Dabigatran ist die regelmäßige Kontrolle der Gerinnung nicht mehr notwendig. Darüber informiert die aktuelle Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung.

Patienten, die neue Gerinnungshemmern wie Dabigatran einnehmen, müssen nicht mehr individuell auf einen bestimmten Gerinnungswert eingestellt werden. Das sagt Apothekerin Prof. Dr. Susanne Alban, Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und ergänzt: "Jene, die ihren Gerinnungswert bisher selbst gemessen haben, sollten dies bei der Einnahme eines neuen Gerinnungshemmers nicht fortsetzen. Die zu hohen Werte können sonst verwirren."

Anzeige

Die Patienten, die hingegen dauerhaft ältere Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon einnehmen, müssen zur Festlegung der Dosis weiterhin regelmäßig ihre Gerinnungswerte überprüfen lassen. Zur Kontrolle der Gerinnung wird der so genannte INR-Wert bestimmt, anhand dessen der Arzt die individuelle Dosis verordnet. Der INR-Wert ist ein Maß für die Gerinnbarkeit des Blutes. Bei INR-Werten über 1 ist die Gerinnungsfähigkeit vermindert, therapeutisch wird meist ein INR-Wert zwischen 2 und 3 angestrebt.

Auch Wechselwirkungen mit Vitamin K-haltigen Lebensmitteln wie grünem Gemüse treten bei Dabigatran nicht mehr auf. Grundsätzlich ist aber die Anwendung jedes Arzneimittels, das die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzt, für den Patienten mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden.

Vor einer Behandlung mit Dabigatran sollte der Arzt die Nierenfunktion des Patienten überprüfen. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung ist der Wirkstoff kontraindiziert, ist die Nierenfunktion mittelschwer gestört, ist die Dosis zu reduzieren. Gerinnungshemmer mit Dabigatran werden mit weltweit 260 Todesfällen in Zusammenhang gebracht, davon vier in Deutschland. Bei Menschen über 75 Jahren oder bei einer eingeschränkten Nierenfunktion ist das Risiko erhöht. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Einnahme von Dabigatran ist möglich, im Einzelfall aber nicht sicher belegt.

ABDA

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Eisdiele: Sahne oft mit Keimen belastet

Experten haben 1.000 Proben genauer unter die Lupe genommen.

Ist jede zweite Klinik überflüssig?

Experten haben untersucht, wie sich die Qualität der Versorgung verbessern lassen könnte.

Chinesische Medizin: Heilen mit Nadeln und Kräutern

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um alternative Heilverfahren.

Deutsche lassen sich immer öfter impfen

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Impfraten deutlich gestiegen.

Schwere Grippewelle in Australien

Urlaubern wird dringend geraten, sich vor Reiseantritt impfen zu lassen.

Geplante OP: Zweite Meinung lohnt sich

Oftmals fällt die Therapieempfehlung eines zweiten Arztes ganz anders aus.

Fleisch: Salmonellen-Gefahr beim Grillen

Mit diesen Tipps lassen sich Lebensmittelinfektionen vermeiden.

Mit Medikamenten Steuern sparen

Ausgaben für Medikamente können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Wie schütze ich mich vor Hautkrebs?

Experten beraten am Lesertelefon zu Aktinischen Keratosen, einer Vorstufe von Hautkrebs.

Babys sollen ab 6 Monaten zum Zahnarzt

Ab sofort gibt es für Babys und Kleinkinder neue Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt.

Blutdruck: Gute Werte, langes Leben

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um den Blutdruck.

Auf hilfsbedürftige Senioren achten

Einige Personen brauchen bei Hitzewellen im Sommer besondere Unterstützung.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen