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Menschen beim Gottesdienst

Kirchgänger haben einen niedrigeren Blutdruck als jene, die dem Gotteshaus fern bleiben.
© markop - Fotolia

Di. 27. Dezember 2011

Gott gegen Bluthochdruck

Regelmäßige Kirchgänger haben einen niedrigeren Blutdruck als nicht-gläubige Menschen. Das haben Wissenschaftler der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim herausgefunden. In einer Beobachtungsstudie konnten sie klar zeigen, dass der Blutdruck umso niedriger ist, je mehr Zeit die untersuchten Männer und Frauen in der Kirche verbrachten.

In den sogenannten HUNT-Studien werden seit 1984 etwa 120.000 Norweger beobachtet, die in der Region Nord-Trøndelag wohnen. Dabei wurden nicht nur Risikofaktoren für Erkrankungen oder Todesfälle erfragt, sondern auch andere Faktoren, die der Gesundheit förderlich sind, so etwa der Sinn für Humor. Besonders mit Beginn des dritten Teils der HUNT-Studie in Jahr 2006 wurden die Studienteilnehmer auch zu ihren kulturellen Aktivitäten und ihrem Glauben befragt. Das erstaunliche Ergebnis: Je häufiger die Studienteilnehmer in die Kirche gingen, desto niedriger ihr Blutdruck.

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Eine mögliche Verbindung zwischen Gläubigkeit und Blutdruck wurde bereits aus den Vereinigten Staaten berichtet. Aufgrund der starken kulturellen und religiösen Unterschiede können diese Erkenntnisse aber nicht ohne weiteres auf Europa übertragen werden. Immerhin gehen 40 Prozent der Amerikaner mindestens einmal in der Woche in die Kirche, wogegen es bei den Norwegern nur etwa 4 Prozent sind. Zudem sind fast 90 Prozent der Menschen in der Region Nord-Trøndelag Mitglieder der norwegischen Staatskirche, wogegen sich die Gläubigen in den USA auf viele unterschiedliche religiöse und ethnische Gruppen verteilen. Daher hatten die norwegischen Wissenschaftler nicht erwartet, dass sie einen Zusammenhang zwischen Kirchgangsfrequenz und Blutdruck finden würden. Von den Ergebnissen der HUNT-Studien, die denen der amerikanischen Studien fast komplett entsprechen, waren die Forscher nach eigenen Abgaben selber erstaunt.

Da es sich bei den HUNT-Studien um Beobachtungsstudien handelt, ist im Nachhinein nicht mehr zu klären, was eher war, die Henne oder das Ei: Verbessert die religiöse Aktivität den Gesundheitszustand? Oder sind Menschen mit einem besseren Gesundheitszustand religiös aktiver? Um diese Fragen zu klären, seien weitere Studien notwendig.

KK

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