Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Immer später in Rente

Aktuelles

Professor mit Studenten

Eine längere Lebensarbeitszeit gelingt vor allem Höherqualifizierten.
© Kablonk Micro - Fotolia

Do. 08. Dezember 2011

Das Renteneintrittsalter steigt - aber nicht für alle

Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sollen immer später in Rente gehen – in Deutschland ist das bereits Realität. Doch eine Studie zeigt, dass das nur auf einen bestimmten Teil der Bevölkerung zutrifft.

Eines der zentralen Ziele, die sich die Staats- und Regierungschefs der EU im Jahr 2000 beim Treffen des Europäischen Rates in Lissabon gesteckt haben, war es, das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Der Grund: Die EU soll zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt werden. Tatsächlich arbeiten seit 2000 in Deutschland immer mehr ältere Menschen. Doch die verlängerte Lebensarbeitszeit gelingt in Deutschland, anders als in anderen europäischen Ländern, eher die Höherqualifizierten. Das zeigt Eine neue, international vergleichende Studie, vorgelegt von Bamberger und Göttinger Forschern.

Anzeige

"Insbesondere gering qualifizierte ältere Menschen in Branchen, die unter wirtschaftlichen Druck stehen, wie beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe, schaffen es nicht, länger zu arbeiten", so Professor Dr. Hans-Peter Blossfeld, Soziologe an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und einer der Studienleiter. Fehlende Weiterbildungsmaßnahmen, das Nachlassen der körperlichen Fähigkeiten und Versuche, den deutschen Arbeitsmarkt zu entlasten, führten in den vergangenen Jahrzehnten dazu, dass ältere Menschen mit Frühverrentungsmaßnahmen vom Arbeitsmarkt verdrängt wurden.

Wie die Ergebnisse von Blossfeld und seinem Team zeigen, kann Deutschland diesbezüglich noch einiges lernen – insbesondere von den skandinavischen Ländern. Sie ermöglichen deutlich erfolgreicher, dass auch geringer Qualifizierte länger arbeiten. "Dies liegt vor allem daran, dass skandinavische Länder anders als Deutschland viel stärker in die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen investieren – beispielsweise durch eine aktivere Arbeitsmarktpolitik und durch eine viel stärkere Orientierung in Richtung des lebenslangen Lernens", erklärt Blossfeld.

In Deutschland konzentriere man sich bisher einseitig auf Reformen des Rentensystems, ohne gleichzeitig auch umfassendere Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote für ältere Menschen auszubauen. "Das heißt also: Heute wird zwar von älteren Menschen in Deutschland erwartet, länger zu arbeiten, ermöglicht wird es ihnen aber nicht", fasst Blossfeld zusammen.

RF/Uni Bamberg

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Medikationsfehler: Senioren oft betroffen

Etwa die Hälfte aller Senioren nimmt Medikamente, die nicht für sie geeignet sind.

Syphilis wird sich weiter ausbreiten

Vor allem Männer sind von der sexuell übertragbaren Krankheit betroffen.

Gesundheitskarte ab 2019 noch gültig?

Ein Blick auf die Karte verrät, ob Versicherte tätig werden müssen.

NAI vom 15.11.2018: Psyche in Not

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um die Behandlung von Depressionen.

Apotheke: Digitales Rezept kommt

Ab 2020 sollen Patienten digitale Rezepte in Apotheken einlösen können.

Pflege: Angehörige sind oft überlastet

Die Zahlen sind alarmierend: Viele sind kurz davor, ihren Dienst einzustellen.

"Notdienst in der Apotheke schützen"

Apotheken spielen eine wichtige Rolle für in der Notfallversorgung.

Resistente Keime in Rohkost und Salat?

Kräuter und Tütensalat sind offenbar häufig mit resistenten Bakterien verunreinigt.

Wechseldusche beugt Erkältung vor

Mit diesen Tipps lassen sich die Abwehrkräfte im Herbst und Winter stärken.

Von der Rezeptgebühr befreien lassen

Wer einen Antrag auf Befreiung stellen kann und wie das funktioniert, lesen Sie hier.

Tipps für Zuhause: Acrylamid meiden

Beim Erhitzen von Lebensmitteln können krebserregende Stoffe entstehen.

Jede Zweite vergisst die Pille regelmäßig

Gerade Teenager nehmen die Antibabypille oft nicht zuverlässig ein.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen