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Sitzung im Büro.

Konferenzen und Gruppenarbeit können zeitweise die Intelligenz bremsen.
© Franz Pfluegl - Fotolia

Mo. 23. Januar 2012

Intelligenz: In der Gruppe dümmer

Der IQ wird häufig als feste Größe gehandelt, doch so einfach ist es nicht. Er kann sich bei Gruppenarbeit vermindern, wie eine US-amerikanische Studie zeigt.

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Was haben Konferenzen, Cocktailpartys oder Teamsitzungen gemeinsam? Bei manchen Menschen mindern sie die Hirnleistung. Wie hirntot fühle man sich früher oder später, spottet mancher Teilnehmer. Wissenschaftler kennen nun noch eine Steigerung: Bei manchen Teilnehmern führt die Gruppenarbeit dazu, dass sie auch wie hirntot handelten, sagen sie und haben es in einer Studie gezeigt. Die hat freilich einen ernsten Hintergrund: Die Forscher wollten untersuchen, wie zwischenmenschliche Prozesse die Leistung des Verstandes beeinflussen. Für ihre Studie wählten sie gezielt Teilnehmer mit einem überdurchschnittlichen IQ von im Mittel 126, die an zwei verschiedenen Universitäten studieren. Diese mussten – einzeln und später in Gruppen – bestimmte fachliche Probleme lösen, während die Aktivitäten im Gehirn mit einem Magnetresonanztomographen (MRT) verfolgt wurden.

Ergebnis: In der Gruppe fielen bei manchen Teilnehmern – vor allem bei Frauen – die Leistungen rapide ab. "Unsere Studie unterstreicht, wie selbst fast unsichtbare soziale Signale in der Gruppe unerwartete und dramatische Folgen auf einzelne kognitive Funktionen haben können", sagte der leitende Autor Kenneth Kishida, Wissenschaftler am Virginia Tech Carilion Research Institute. "Durch das MRT konnten wir die sehr starken neuronalen Reaktionen, die die sozialen Signale hervorrufen können, dokumentieren." Co-Autor und Philosophie-Professor Steven Quartz ergänzt: "Die Idee einer Trennung zwischen sozialer und kognitiver Verarbeitung im Gehirn ist ziemlich künstlich. Die beiden Bereiche interagieren intensiv miteinander."

Wie groß das Ausmaß nicht genutzter Leistungsfähigkeit ist, war nicht Gegenstand der Untersuchung. Die Wissenschaftler schätzen es hoch ein. Vieles in der heutigen Gesellschaft sei in Kleingruppen organisiert, nicht nur an Schule und Hochschule. "Auch nationale und internationale politische Gremien wie die Vereinten Nationen unterlägen dieser Dynamik, die es weiter zu erforschen gilt", sagte Kishida.

MP

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