Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Milliarden-Umsatz mit falschen Arzneien

Aktuelles

Zäpfchen - Original und Fälschung

Hätten Sie es erkannt? Bei den Zäpfchen rechts handelt es sich um gefälschte Ware.
© ABDA

Do. 23. Februar 2012

Milliarden-Umsatz mit gefälschten Arzneimitteln im Internet

Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Umsätze mit gefälschten Arzneimitteln im Internet zwischen 2005 und 2010 auf über 75 Milliarden Dollar (57 Mrd. Euro) verdoppelt haben. Das stellte Dr. Graham Jackson vom Fachblatt International Journal of Clinical Practice in einer Auswertung verschiedener Studien zu diesem Thema fest.

Anzeige

Kriminelle Banden nutzen für Ihren Absatz verstärkt das Internet und stellen laut Jackson eine wachsende Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dar. "Die Mehrzahl der Medikamente, die Verbraucher von dubiosen Internetangeboten beziehen, sind gefälscht", sagte Jackson. Oft enthielten sie zu wenig des Wirkstoffes oder sogar gefährliche Substanzen wie Arsen, Nickel, Borsäure, Straßenmarkierungsfarbe, Schuhcreme, Kreide oder Ziegelmehl.

Ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen Belange der Verwender ahmten die Fälscher immer öfter Krebs- und Herzmedikamente oder Grippeimpfstoffe nach. Selbst in offiziellen Vertriebskanälen seien in Großbritannien schon Fälschungen aufgetaucht, wie Jackson in Bezug auf eine Studie berichtete. In dieser Hinsicht sei die Situation in Deutschland noch hervorragend, sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Leiter des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker, vor Journalisten im vergangenen Jahr. Das hiesige System der Arzneimittelabgabe mit transparenten Vertriebswegen über Großhandel und Apotheken mache es den Fälschern schwer, ihre Ware in Umlauf zu bringen. Bisher wurden nur Einzelfälle bekannt.

Jackson rät den Patienten, ungeprüfte Internet-Apotheken unbedingt zu meiden. Auch wenn verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept oder mit horrendem Rabatt angeboten würden, solle man die Finger davon lassen.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Jeder zweite Raucher will aufhören

Gute Nachrichten: Vor allem jüngere Menschen wollen mit dem Rauchen aufhören.

Urlaub: Jeder Dritte kann nicht abschalten

Für viele Deutsche bedeutet der Sommerurlaub nicht nur Erholung.

Arme Kinder sehen schlechter

Experten fordern eine bessere Vorsorge für Kinder aus sozial benachteiligte Familien.

Valproat-Risiko: neue Patientenkarte

Frauen im gebärfähigen Alter bekommen zusätzliche Hinweise zur Sicherheit.

Weniger Medikamente frei von Zuzahlung

Die Befreiungsquote von Rabattarzneimitteln sinkt kontinuierlich.

Zu viel Fett fördert Darmkrebs

Fettige Nahrung, steigert das Darmkrebsrisiko. Warum das so ist, zeigten amerikanische Forscher.

Hilft Dehnen gegen Sportverletzungen?

Eine neue Studie zeigt, dass andere Übungen Sportverletzungen besser vorbeugen können als sich zu dehnen.

Urlaub für pflegende Angehörige

Es besteht ein Anspruch auf Ersatzleistungen von der Pflegekasse.

Europäer trinken zu viel Alkohol

Dadurch steigt die Gefahr für Krebserkrankungen des Verdauungstrakts deutlich.

NAI vom 1.7.2017: Lebenselixier Wasser

Diesmal dreht sich alles um das klare Nass: seine Vorteile für die Gesundheit und wie es dem Körper nutzt.

Lieferengpässe in der Apotheke vermeiden

Apotheker fordern: Die Lieferkette von Medikamenten muss transparenter werden.

Mehr Hautkrebs-Patienten in Kliniken

Innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der Patienten um 17 Prozent gestiegen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen