Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik "Promillegrenzen" für illegale Drogen

Aktuelles

Verschwommener Blick auf eine Landstraße

In Norwegen gelten neuerdings "Promillegrenzen" für Medikamente, die die Fahrtüchtigkeit beeinflussen.
© DAK/Larissa Iden

Di. 14. Februar 2012

Norwegen: "Promillegrenzen" für illegale Drogen

Als erstes Land der Welt hat Norwegen Höchstgrenzen für illegale Drogen im Straßenverkehr festgelegt. Künftig will die Regierung so nicht nur Fahrten unter Alkoholeinfluss sanktionieren, sondern auch Strafen für das Führen eines Fahrzeuges unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss einführen. Die Limits gelten für 20 illegale Drogen und Medikamente, die ein Abhängigkeitspotential haben.

In Norwegen gilt es als Strafhandlung, wenn man unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten Auto oder Motorrad fährt. Gerade beim Alkohol geht der Gesetzgeber in Norwegen in jedem Fall davon aus, dass die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist. Seit 1936 gibt es strenge Strafen für das Fahren unter Alkohol: Wer die Promillegrenze von knapp 0,19 Promille überschreitet, muss mit dem Entzug der Fahrerlaubnis, empfindlichen Geldstrafen oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen – in Abhängigkeit vom Blutalkoholgehalt.

Für andere Drogen oder verschreibungspflichtige Arzneimittel wie etwa Schmerz- oder Beruhigungsmittel galten solche Grenzwerte bisher nicht. Hier überprüften Experten im Einzelfall das Ausmaß der Einschränkung in der Fahrtüchtigkeit. Dazu zogen sie unter anderem die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung und die von Blutanalysen heran – ein aufwändiges Verfahren.

Anzeige

Seit dem 1. Februar 2012 gelten nun für 20 Drogen und Medikamente festgelegte Höchstgrenzen, unter anderem für Diazepam, Cannabis, Kokain und LSD. Eine Liste der Drogen inklusive festgelegter Höchstwerte findet man auch auf den Seiten der norwegischen Gesundheitsbehörden (http://www.fhi.no/eway). Die Regierung erhofft sich davon einen verringerten Verwaltungsaufwand und möchte zudem ein deutliches Zeichen setzen, dass das Fahren unter Medikamenteneinfluss oder dem Einfluss von Cannabis und Co. nicht harmloser sei als unter Alkoholeinfluss.

Die Grenzwerte gelten übrigens nicht, wenn ein Medikament, das in der Liste aufgeführt ist, aus medizinischen Gründen eingenommen wird. Die Behörden gehen davon aus, dass die Medikamente bei regelmäßiger Einnahme das Unfallrisiko nicht so stark beeinflussen wie bei einer sporadischen, illegalen Einnahme. Hat also ein Arzt Schmerz- oder Beruhigungsmittel verschrieben und ist der Patient im Straßenverkehr auffällig geworden, wird seine Fahrtüchtigkeit wie gehabt durch Experten in einer eingehenden Untersuchung überprüft.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Künstliche Intelligenz in der Apotheke

Eine Expertin erläutert, welche Chancen sie künftig für die Apotheke vor Ort sieht.

FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

Der Norden Deutschlands galt bisher noch nicht als Gebiet, in dem Zecken diese Erkrankung übertragen.

Brexit könnte Leben kosten

Wissenschaftler befürchten, dass sich die Ernährung auf der Insel drastisch verschlechtert.

Penicillin-Allergie seltener als vermutet

Experten raten Betroffenen daher, sich bei einem Allergologen testen zu lassen.

12 Millionen Diabetiker in 2040?

Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Erkrankten stark ansteigen wird.

Das ist die Nummer 1 der Todesursachen

In Deutschland sterben die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Medikamente werden noch sicherer

Ab 9. Februar müssen Medikamente zusätzliche Sicherheitsmerkmale tragen.

Zahl der Apotheken sinkt weiter

Im vergangenen Jahr hat beinahe jeden Tag eine Apotheke geschlossen.

30 Millionen Grüne Rezepte ausgestellt

Seit 15 Jahren erhalten Kassenpatienten in der Arztpraxis immer häufiger ein Grünes Rezept.

Schneeschippen ist für Herzpatienten riskant

Durch die Kälte kann Schneeschippen in einigen Fällen sogar lebensgefährlich sein.

Vorsorgetermine im Überblick

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen.

Welcher Tee hilft bei Erkältungen?

Welche Sorte bei welchen Beschwerden hilft, erklärt ein Apotheker.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen