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Mädchen mit Dosieraerosol

Brisant: In einer US-Studie wurden asthmakranke Kinder häufiger wegen asthmabedingten Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert, wenn ihre Eltern mehr aus der eigenen Tasche für die Medikamente zuzahlen mussten.
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Mi. 28. März 2012

Mehr Zuzahlungen, öfter ins Krankenhaus

Arzneimittelzuzahlungen sollen die Krankenkassen entlasten, ohne dass die Versorgungsqualität leidet. Dass diese Gleichung nicht immer aufgeht, zeigt eine Untersuchung mit asthmakranken Kindern aus den USA. Die jungen Patienten wurden häufiger wegen asthmabedingten Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert, wenn ihre Eltern mehr aus der eigenen Tasche für die Medikamente zuzahlen mussten.

Experten der University of Minnesota in Minneapolis analysierten die Daten von 8.834 amerikanischen Kleinkindern, die in den Jahren 1997 bis 2007 mit einer Asthma-Therapie begonnen hatten. 2.921 der Kinder waren jünger als fünf Jahre, 5.913 waren zwischen fünf und 18 Jahren alt. Die Forscher konzentrierten sich bei ihrer Auswertung auf die eingenommene Menge der Asthma-Medikamente, den Anteil, den die Familien für die Medikamente aus eigener Tasche zahlen mussten und die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Asthma-Komplikationen.

Das Ergebnis: Für Medikamente mussten die Eltern der Kinder unter fünf Jahren durchschnittlich im Jahr 151 US-Dollar aus eigener Tasche zahlen, für die 5- bis 18-jährigen 154 Dollar im Jahr. Das Brisante dabei: Je mehr die Eltern für die Asthma-Medikamente aus eigener Tasche hinblättern mussten, desto weniger Medikamente wurden auch eingesetzt. Allerdings trifft dies nur die Patienten zwischen fünf und 18 Jahren. Das hatte zur Folge, dass in dieser Altersgruppe die Rate der Krankenhauseinweisungen deutlich stieg.

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Die Studie liefert Zündstoff. In den letzten Jahren wurden in der Privaten Krankenversicherung auch in den USA immer mehr Kosten für Medikamente und Arztbehandlungen auf die Patienten umgeschichtet. Auch bei Erwachsenen hat dies zu einem verringerten Medikamentenverbrauch und häufigeren Vorstellungen in Notaufnahmen der Krankenhäuser wegen akuter Komplikationen geführt. Dass für Kinder ohne Krankenversicherung die Hürden für eine ausreichende Therapie hoch sind, liegt auf der Hand. Dass aber auch die steigenden Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen und Medikamenten eine Auswirkung auf die medizinische Versorgung von privat versicherten Kindern haben, sei nach Angabe der Forscher bisher übersehen worden. Immerhin sind in den USA fast 45 Millionen Kinder privat krankenversichert.

Die Situation in Deutschland ist für Kinder und Jugendliche zum Glück anders. Bis zum 18. Lebensjahr sind die jungen Patienten generell von der Zuzahlung zu Arzneimitteln, die der Arzt auf Rezept zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet hat, befreit.

KK

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