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Gruppe junger Menschen mit guter Laune

Wie sieht die Stimmung in der Gesellschaft aus? Fröhlich, wütend? Twitter verrät's.
© mangostock - Fotolia

Mi. 18. April 2012

Twitter als Gefühlsbarometer

Selbst kürzeste persönliche Nachrichten, wie sie die Nutzer des Online-Netzwerks Twitter versenden, sagen viel über die Gefühlslage einer Nation aus. Das belegen britische Forscher, die Millionen dieser sogenannten Tweets mit positiven wie negativen Großereignissen in England in Beziehung gebracht haben. So entstand eine Art Stimmungsbarometer der Öffentlichkeit.

Informatiker um Thomas Lansdall-Welfare von der University of Bristol maßen in einem Zeitraum zwischen Juli 2009 und Januar 2012 den emotionalen Gehalt von 484 Millionen Tweets ihrer Landsleute. Sie wurden von den Forschern in vier Kategorien eingeteilt: Freude, Angst, Wut und Traurigkeit. Ihre Analyse ergab, dass bestimmte Ereignisse im Jahresverlauf immer regelmäßig zu einer deutlichen Zunahme von Emotionen in Textnachrichten führten. Freude etwa, findet sich den Wissenschaftlern zufolge besonders an Weihnachten, in etwas geringerem Maße auch an Neujahr, Ostern und am Valentinstag. Andere Emotionen zeigen ähnliche Höhepunkte, so erhöht sich beispielsweise die Traurigkeit an Halloween.

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Darüber hinaus stellten die Forscher auch Veränderungen fest, die mit einmaligen Ereignissen verbunden waren. So kam es am 20. Oktober 2010, dem Tag, an dem die britische Regierung einschneidende Budgetkürzungen als Folge der Rezession ankündigte, zu einem spürbaren Anstieg von Angst und Wut. Die königliche Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton im April 2011 hatte zwar kurzfristig eine beruhigende Wirkung auf die öffentliche Stimmung. Doch nach der Hochzeit stieg die Wut wieder stark an, was mit den gewalttätigen Unruhen in London und anderen englischen Städten am 6. August 2011 zu einer weiteren Spitze führte.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellte die Arbeitsgruppe auf einem Workshop zu sozialen Netzwerken im französischen Lyon vor. Die Interpretation dieser Zusammenhänge sei Sache von Sozialwissenschaftlern, sagt die Informatiker. Ihnen zufolge könne es vielleicht sogar möglich sein, durch eine Beobachtung und Analyse der vorherrschenden Gefühle in sozialen Medien, Ausschreitungen wie im Sommer 2011 zu verhindern, bevor sie passieren.

HH

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