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Mann hält Pillendose.

Eine nach Wochentagen unterteilte Arzneikassette hilft, den Überblick über die Medikamente zu behalten.
© Robert Kneschke - Fotolia

Mi. 02. Mai 2012

Apotheker klären zu Polymedikation auf

5,5 Millionen Menschen über 65 Jahre müssen ständig mehrere Medikamente einnehmen, was verstärkt unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen nach sich ziehen kann. Das nimmt der Hessische Apothekerverband zum Anlass, eine Aufklärungskampagne zu starten.

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Viele Senioren sind täglich auf mehrere Medikamente gegen verschiedene Erkrankungen angewiesen. 42 Prozent dieser Personen erhalten sogar fünf oder mehr verschiedene Wirkstoffe. Dies geht aus dem "Arzneiverordnungsreport 2011" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervor. Hierbei handelt es sich ausschließlich um von Ärzten auf Rezept verschriebene Medikamente. Hinzu kommen noch die rezeptfreien Arzneimittel aus der Apotheke, die gerade von älteren Menschen noch zusätzlich eingenommen werden. Fachleute nennen das Polymedikation.

Dabei wissen die verschiedenen Ärzte, die der Patient aufsucht, oft nichts voneinander. Hier kann es dann leicht zu Doppelverordnungen kommen. Die zahlreichen, von den Krankenkassen abgeschlossenen Rabattverträge haben zur Folge, dass die Patienten häufiger auf Produkte anderer Hersteller umgestellt werden. Sie verlieren so leicht den Überblick über ihre Medikamente.

Der Hessische Apothekerverband hat deshalb zu diesem Thema eine Aufklärungskampagne gestartet. Mit Plakaten und Postkarten weisen die Apotheken auf die Problematik hin. "Wir empfehlen Patienten, die von dieser Polymedikation betroffen sind, sich eine Stammapotheke ihres Vertrauens zu suchen. Auf der Kundenkarte können sowohl die vom Arzt verschriebenen Arzneimittel als auch die rezeptfrei in der Apotheke gekauften Produkte dokumentiert werden", so der stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes, Hans Rudolf Diefenbach. Sollte es zu Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen kommen, zeigt die Apothekensoftware das direkt an. Diefenbach: "Wir Apotheker können dann die notwendigen Schritte einleiten und so zu einer sicheren Arzneimittelversorgung beitragen."

RF/HAV

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