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Apotheker erklärt Patientin einen Beipackzettel

Ein großes Plus der wohnortnahen Apotheke ist die Beratung zu Arzneimitteln. Wenn die Apotheken aber schließen müssen, werden es die Patienten sein, die darunter leiden, keine mehr zu finden.
© ABDA

Di. 07. August 2012

Honoraranpassung: Heftige Reaktionen der Apotheker

In der Apothekerschaft rumort es. Die vom Bundesgesundheits- und Wirtschaftsministerium angebotene Honoraranpassung um 25 Cent pro Arzneimittelpackung kommt bei den Apothekern ganz schlecht an.

Harsche Kritik an der Bundesregierung äußerte die Präsidentin der niedersächsischen Apothekerkammer, Magdalene Linz. Die 25-Cent-Erhöhung sei keinesfalls ausreichend, sagte die Kammerpräsidentin. Damit könne die Kostensteigerung der letzten Jahre nicht ausgeglichen werden. Linz rechnet als Konsequenz mit einem Apothekensterben.

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Den FDP-Bundesministern Philipp Rösler und Daniel Bahr wirft sie vor, ihr Verhalten sei geprägt von der "Angst, dass eine stärkere Erhöhung dann als Geschenk für Apotheker und and als Klientelpolitik kritisiert werde". Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, nannte das Angebot einen "Schlag ins Gesicht aller Pharmazeuten". Wolf hofft, Rösler und Bahr könnten noch dazu bewegt werden, das Angebot nachzubessern.

Der Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, René Graf, hält das Angebot für einen "ganz schlechten verspäteten Aprilscherz". Den Apothekern werde damit nicht einmal ein Inflationsausgleich angeboten. Tatsächlich bräuchten sie eine Erhöhung um 1,04 Euro.

Der Vorsitzende des hessischen Apothekerverbands, Dr. Peter Homann, nannte das Angebot "einen Affront". Apotheker seien keine Almosenempfänger. Schon heute sei die wirtschaftliche Situation der Apotheker "desaströs". Auch in Hessen gehe die Zahl der Apotheken zurück und habe mit landesweit 1590 den niedrigsten Stand seit 25 Jahren erreicht.

PZ/DR

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