Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Vertriebs-Stopp für Grippe-Impfstoffe

Aktuelles

Patient wird geimpft.

Mehrere europäische Länder haben einen Verkaufsstopp für bestimmte Grippe-Impfstoffe verhängt.
© Alexander Raths - Fotolia

Do. 25. Oktober 2012

Grippe: Verkaufsstopp für Novartis-Impfstoffe

Italien, die Schweiz und mittlerweile auch Deutschland (siehe unten) haben den Verkauf mehrerer Grippeimpfstoffe der Firma Novartis gestoppt. Grund sind Befürchtungen von Nebenwirkungen bei den Produkten Agrippal, Fluad und Influpozzi. Die ersten beiden Stoffe sind auch in Deutschland erhältlich, wobei Agrippal unter der Bezeichnung Begripal angeboten wird. Das Unternehmen beteuert derweil die Wirksamkeit und Sicherheit seiner Produkte.

Gestern setzte die italienische Arzneimittelbehörde AIFA den Handel mit den Novartis-Impfstoffen mit sofortiger Wirkung aus. In den Impfstoffen seien weiße Klümpchen entdeckt worden, bei denen es sich vermutlich um Verklumpung von normalen Impfstoff-Bestandteilen handelt. Inwieweit diese Ausflockung möglicherweise Nebenwirkungen hervorrufen kann, prüfe die Behörde derzeit.

Anzeige

Als Reaktion auf die Maßnahmen in Italien sei auch in der Schweiz ein Auslieferungsstopp angeordnet worden, bestätigte die Schweizer Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel, Swissmedic, heute in Bern. Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut prüft derzeit die betroffenen Impfstoffe. Es wird sich im Laufe des Vormittags zu den Ergebnissen äußern.

In einer ersten Stellungnahme versichert Novartis, dass es von der Wirksamkeit und Sicherheit der Produkte überzeugt sei. Bis jetzt habe die saisonale Grippeimpfungskampagne keine Hinweise auf Gesundheitsrisiken ergeben, so das Unternehmen.

Der ausgeschriebene Grippeimpfstoff Begripal hatte in Deutschland in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, weil er bislang nicht ausreichend lieferbar war. Die deutsche Apothekerschaft hatte daraufhin gefordert, auf Ausschreibungen und Rabattverträge bei Impfstoffen zu verzichten (aponet.de berichtete).

CH/PZ/FH

Aktuelle Ergänzung: Auch Deutschland nimmt einzelne Impfstoff-Chargen außer Handel

Mittlerweile hat das für die Zulassung zuständige Paul-Ehrlich-Institut auch für Deutschland einen Verkaufsverbot der betroffenen Impfstoffe erwirkt, meldet das Institut in einer Pressemitteilung. Das Verbot betreffe vier Chargen des Impfstoffs Begripal und eine Charge des Impfstoffs Fluad.
"Diese Maßnahme dient dem Schutz der Patienten vor möglichen Nebenwirkungen, die nach der Verabreichung von Impfstoffen, die Ausflockungen zeigen, innerhalb einiger Stunden auftreten könnten", heißt es in der Mitteilung. Solche Ausflockungen seien in Deutschland bei den o.g. Impfstoffen bisher nicht beobachtet worden, zurückgerufen würden aber jene Chargen, bei deren Produktionsvorstufen solche Ausflockungen aufgefallen seien.

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tropfen werden oft falsch dosiert

Bei diesen Medikamenten kann es schnell zu einer Unter- oder Überdosierung kommen.

EU-Verordnung für essbare Insekten

Bevor Würmer & Co im Supermarkt landen, müssen sie ein Zulassungsverfahren durchlaufen.

Heilberufe gemeinsam für Digitalisierung

Ärzte, Apotheker und Zahnärzte koordinieren ihr Vorgehen für die digitale Zukunft.

Mit Medikamenten Steuern sparen

Das Finanzamt rechnet einige Ausgaben für die Gesundheit in der Steuererklärung an.

Apotheken versorgen flächendeckend

Die Arzneimittelversorgung durch Apotheken vor Ort ist effizient, preiswert und sicher.

Langer Schulweg stresst Kinder

Die langen Fahrzeiten zur Schule wirken sich negativ auf die Gesundheit aus.

Diabetes erhöht das Schlaganfallrisiko

Bei Frauen mit Diabetes ist die Gefahr für einen Hirnschlag um 50 Prozent erhöht.

Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt weiter

Vor allem Einzelapotheken mussten in den vergangenen Monaten schließen.

Deutsche fordern mehr Routine bei OPs

9 von 10 Bürgern fordern Mindestmengen für bestimmte Operationen in Kliniken.

Schwarz-rot lehnt Impfpflicht ab

Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP hervor.

Cannabis jetzt legal in Kalifornien

Seit Jahresbeginn 2018 ist die Droge dort für Erwachsene frei erhältlich.

NAI vom 1.1.2018: Gesunde Ernährung

Im Titelbeitag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um das Thema gesunde Ernährung.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen