Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Interview zum Zwangsabschlag

Aktuelles

Fritz Becker, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).

Fritz Becker, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) kritisiert Krankenkassen-Funktionäre.
© Alois Müller

Mi. 21. November 2012

Apotheker-Chef Becker: "Kassenfunktionäre greifen Apothekern allzu tief in die Taschen"

Fritz Becker liegt als Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) derzeit im Streit mit den gesetzlichen Krankenkassen. aponet.de befragte ihn zur Apothekenvergütung für 2013.

Anzeige

Derzeit läuft die Anzeigenkampagne "Was sich Krankenkassen herausnehmen, geht auf Kosten Ihrer Gesundheit!". Was wollen die Apotheker ihren Patienten damit sagen?

Becker: Das Anzeigenmotiv zeigt die Hände von Kassenfunktionären, die dem Apotheker allzu tief in die Taschen seinen Kittels greifen. Dieses Bild beschreibt die Lage ganz plastisch. Die Krankenkassen weigern sich nämlich, den hohen Rabatt wieder zu senken, den die Apotheker ihnen als Großkunden auf das eigene Honorar gewähren. Für 2011 und 2012 hatte die Bundesregierung den Apothekern einen Sonderrabatt abverlangt, den die Kassen nun dauerhaft behalten möchten.

Welche Auswirkungen könnte es für den Patienten haben, wenn der Rabatt auch im Jahr 2013 so hoch bleibt?

Becker: Viele Apotheken kämpfen schon jetzt um ihre Existenz. Jeden Tag muss irgendwo in Deutschland eine Apotheke schließen. Die kompetente pharmazeutische Beratung vor Ort ist besonders auf dem Lande gefährdet, wenn es für die Apotheker nicht bald Vergütungsgerechtigkeit gibt. Schließlich haben die Apotheker den Krankenkassen in finanziell schwierigen Zeiten geholfen. Doch jetzt geht es den Kassen wieder gut, und sie dürfen sich nicht an den Apotheken bereichern.

Neben den bundesweiten Anzeigen führen viele Apotheker vor Ort eigene Protestaktionen durch. Wie können die Patienten ihre Apotheke unterstützen?

Becker: Wenn 70 Millionen gesetzlich krankenversicherte Menschen ihren Kassen "Hände weg von meiner Apotheke!" zurufen, dann ist das schon ein starkes Signal. Denn wir Apotheker wollen die Patienten auch in Zukunft bestmöglich versorgen – und dazu brauchen wir ihre Unterstützung. Selbst bei 'unangenehmen' Protesten, z.B. bei der Bedienung durch die Notdienstklappe, zeigen viele Patienten Verständnis für unsere Situation, wenn man direkt ins Gespräch kommt.

aponet.de


Weitere Informationen unter www.haende-weg-von-meiner-apotheke.de

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Khedira: OP wegen Herzrhythmusstörung

Bei dem Fußballprofi wurde eine Katheterablation durchgeführt.

Viele Kassen erstatten Folsäure & Co

Vor allem Schwangere profitieren von den Satzungsleistungen vieler Krankenkassen.

Künstliche Intelligenz in der Apotheke

Eine Expertin erläutert, welche Chancen sie künftig für die Apotheke vor Ort sieht.

FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

Der Norden Deutschlands galt bisher noch nicht als Gebiet, in dem Zecken diese Erkrankung übertragen.

Brexit könnte Leben kosten

Wissenschaftler befürchten, dass sich die Ernährung auf der Insel drastisch verschlechtert.

Penicillin-Allergie seltener als vermutet

Experten raten Betroffenen daher, sich bei einem Allergologen testen zu lassen.

12 Millionen Diabetiker in 2040?

Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Erkrankten stark ansteigen wird.

Das ist die Nummer 1 der Todesursachen

In Deutschland sterben die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Medikamente werden noch sicherer

Ab 9. Februar müssen Medikamente zusätzliche Sicherheitsmerkmale tragen.

Zahl der Apotheken sinkt weiter

Im vergangenen Jahr hat beinahe jeden Tag eine Apotheke geschlossen.

30 Millionen Grüne Rezepte ausgestellt

Seit 15 Jahren erhalten Kassenpatienten in der Arztpraxis immer häufiger ein Grünes Rezept.

Schneeschippen ist für Herzpatienten riskant

Durch die Kälte kann Schneeschippen in einigen Fällen sogar lebensgefährlich sein.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen