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ABDA-Präsident Friedemann Schmidt

Der Apotheker Friedemann Schmidt aus Leipzig ist seit 1.1.2013 Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
© ABDA

Do. 28. Februar 2013

Notdienst-Aktionstag: Deutschlands Apotheker machen den Tag zur Nacht

Heute findet bundesweit ein Apotheken-Aktionstag unter dem Titel "Wir machen den Tag zur Nacht" statt. Die Apotheken sind aufgefordert, in der Zeit zwischen 12 und 13 Uhr ihre Kunden durch die Notdienstklappe zu bedienen. Warum diese Aktion stattfindet, erläutert der Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Friedemann Schmidt, im Interview mit aponet.de.

Warum machen die Apotheken einen Aktionstag zum Nacht- und Notdienst?

Schmidt: Der Nacht- und Notdienst ist eine wichtige Leistung der Apotheken, die zum Glück von den meisten Menschen nicht allzu oft in Anspruch genommen werden muss. Dennoch sind alle unsere Mitbürger froh, dass jederzeit und überall eine Apotheke dienstbereit ist. Wenn ein Apotheker eine acht- oder zwölfstündige Schicht leistet, muss aber auch sein Gehalt bezahlt werden. Dafür reichen 2,50 Euro Notdienstgebühr selbst bei zehn oder zwanzig Patienten pro Nacht nicht aus. Wir Apotheker machen am Aktionstag also nicht nur auf die Bedeutung des Notdienstes aufmerksam, sondern auch auf den Bedarf, ihn finanziell anzuerkennen.

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Kann die von der Politik versprochene Notdienstpauschale die Lage verbessern?

Schmidt: Die Pauschale ist ein fester Euro-Betrag. Dabei wird also nicht die Anzahl der Patienten, sondern der tatsächlich geleistete Notdienst anerkannt. Wegen der größeren Entfernungen müssen Apotheken auf dem Lande viel öfter dienstbereit sein als in den Städten. Eine Notdienstpauschale sollte also besonders die Menschen fernab von Ballungsgebieten und Großstädten freuen. Die Politiker auf Bundes- und Landesebene müssen nun noch dafür sorgen, dass das versprochene Geld schnellstmöglich bei den Apotheken ankommt, damit sie auch in Zukunft ihre wichtige Leistung flächendeckend und jederzeit erbringen können.

Lassen sich die nächtlichen Leistungen der Apotheken irgendwie beziffern?

Schmidt: Wenn man sich die Zahlen für ganz Deutschland anschaut, kann man schon ins Staunen kommen. Jede Nacht, jeden Sonn- und Feiertag haben immer 1.400 Apotheken geöffnet. Auf das ganze Jahr gerechnet sind das eine halbe Million Notdienste, die zwischen Flensburg und Berchtesgaden erbracht werden. Jede Nacht klingeln 20.000 Patienten an der Notdienstglocke. Sieben Millionen Arzneimittel werden pro Jahr außerhalb der normalen Öffnungszeiten an die Patienten abgegeben. Anhand der Rezepte von Kinderärzten wissen wir zudem, dass der Notdienst für Eltern mit kleinen Kindern ganz besonders wichtig ist.

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