Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Cybermobbing seltener als gedacht

Aktuelles

Zwei Teenagerinnen an Schul-Computern

Schüler werden im Internet seltener zu Mobbing-Opfern als bisher angenommen. Was für die Betroffenen allerdings nur ein schwacher Trost sein dürfte.
© mauritius images

Mi. 06. März 2013

Cybermobbing seltener als angenommen

Cybermobbing wird oft als eine der größten Gefahren bezeichnet, mit denen Jugendliche in der digitalen Welt zurechtkommen müssen. Die Bedeutung des Phänomens wird in der Öffentlichkeit allerdings überschätzt. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien aus der Schweiz.

Anzeige

Cybermobbing – darunter fallen herabwürdigende E-Mail- und SMS-Nachrichten sowie die Kommunikation in Chats und auf Plattformen wie Facebook – kommt etwa dreimal seltener vor als Mobbing in der realen Welt. Das ermittelten Psychologen der Pädagogischen Hochschule Thurgau sowie der Universitäten Zürich und Bern. Sie haben dazu rund 950 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren befragt.

"Die Ansicht, dass alle Jugendlichen dank der neuen Möglichkeiten gedankenlos drauflosmobben, ist weit von der Realität entfernt", sagt Studienleiterin Sonja Perren. Die Forschenden sehen Cybermobbing eher als Verlängerung herkömmlichen Mobbings in die neuen Kommunikationsräume hinein und weniger als eigenständiges Phänomen. Im Cyberspace werden häufig diejenigen Jugendlichen als Mobber auffällig, die ohnehin zu aggressivem und antisozialem Verhalten neigen. Eine Rolle spielt erwartungsgemäß auch die Zeit, die Jugendliche im Internet verbringen. Faktoren wie das Geschlecht oder die Fähigkeit, sich in andere hineinzufühlen, sind dagegen vernachlässigbar.

Nach Ansicht der Forschenden ist keine spezielle Vorsorge gegen Cybermobbing nötig. Die klassische Strategie gegen Mobbing, die potentielle Fälle früh aufdeckt sowie Sozialkompetenzen und moralische Werte vermittelt, greife auch im Internet. Schüler, Lehrpersonen und Eltern würden dabei auf ihre Mitverantwortung aufmerksam gemacht. Nicht nur Mobber und ihre Mitläufer seien für das Mobbing verantwortlich, sondern auch alle, die es geschehen ließen.

SNF/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

NAI vom 15.6.2018: Wahrheit über Gluten

Der Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten lautet „Die Wahrheit über Gluten“.

Neue Leitlinie für Bluthochdruck

Lesen Sie hier, was sich bei der Therapie von Bluthochdruck geändert hat.

Blutspender werden dringend gesucht

Vor allem jüngere Freiwillige, die Blut spenden wollen, sind in Deutschland rar.

Nebenwirkungen sind hier besonders häufig

Bei drei Wirkstoffklassen klagen Patienten besonders oft über Nebenwirkungen.

HPV-Impfung jetzt auch für Jungen

Bislang haben Experten die Impfung nur für Mädchen empfohlen. Das ändert sich jetzt.

HIV-Selbsttest soll ab Herbst verfügbar sein

Der Test soll helfen, dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer Infektion erfahren.

Apotheker: Kritik an GKV-Positionspapier

Das Positionspapier sei patientenfeindlich und gefährde die Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Apotheker suchen dringend Nachwuchs

Viele Apotheken finden keinen Nachfolger mehr und müssen daher schließen.

Wie viel Sonnencreme brauche ich?

Eine Apothekerin erklärt, was es mit der Elf-Hände-voll-Regel auf sich hat.

So gesund sind die Deutschen

Der Titelbeitag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten lautet „Deutschland - deine Gesundheit“.

30 Mio. Medikamente in der Kühlung

Hitzeempfindliche Präparate erfordern besondere Maßnahmen - gerade im Sommer.

Diesel: Wie gefährlich sind Abgase wirklich?

Ein Toxikologe erklärt, wie die Zahl der Todesfälle durch Abgase zustande kommt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen