Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Oft falsche Medikation bei Kindern und Alten

Aktuelles

Kind (Mädchen, ca. 8 Jahre alt) mit blonden Haaren bei der Einnahme einer Tablette

Kindern werden immer häufiger für sie ungeeignete Medikamente verordnet, so der Arzneimittelreport.
© Ermolaev Alexandr - Fotolia

Mi. 12. Juni 2013

Kinder und Alte bekommen oft falsche Arzneimittel

Kindern und alten Menschen werden immer häufiger für sie ungeeignete Medikamente verordnet. Zudem nehmen alte Menschen oft gleich mehrere Arzneien ein. Das sind Ergebnisse des Arzneimittelreports 2013 der Barmer GEK, für den die Krankenkasse Daten der vergangenen zwei Jahre ausgewertet hatte.

So nahm 2011 und 2012 jeder fünfte Barmer GEK-Versicherte über 65 Jahren täglich fünf oder mehr Arzneimittel ein. Bei den über 80-Jährigen war es sogar jeder zweite Versicherte. Angesichts dieser Zahlen warnte der Bremer Versorgungsforscher Gerd Glaeske, der an dem Arzneimittelreport mitgewirkt hatte, vor den Gefahren durch Wechselwirkungen. Er rief Ärzte und Apotheker zu mehr Wachsamkeit auf und riet Patienten, ihre Medikation genau zu dokumentieren und Apotheker nach einer Prüfung auf Wechselwirkungen zu fragen.

Anzeige

Daneben kritisierte Glaeske, dass immer noch zu vielen alten Menschen Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine verschrieben würden. Studien hätten ergeben, dass diese für Senioren ungeeigneten Medikamente die Entwicklung einer Demenz fördern und zu einer erhöhten Sterblichkeit führen könnten. Auch in Pflegeeinrichtungen würden Benzodiazepine zu häufig angewendet.

Sorge bereitet der Barmer GEK auch die zunehmende Verordnung von Mitteln gegen Nervenkrankheiten an Kinder und Jugendliche. Die Zahl der Verschreibungen von Wirkstoffen wie Risperidon sei von 2005 bis 2012 um 41 Prozent gestiegen, obwohl es keinen Zuwachs der psychischen Störungen gebe, bei denen diese Mittel normalerweise eingesetzt werden. Stattdessen bekämen Kinder und Jugendliche die Präparate gegen ADHS oder Störungen des Sozialverhaltens verordnet, häufig zusätzlich zu Methylphenidat. Dadurch steige jedoch die Gefahr von lebenslangen Nebenwirkungen, warnte Glaeske.

PZ/AH/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Welche Reise-Impfung brauche ich?

Experten stehen am kostenlosen Lesertelefon für alle Fragen zum Thema Reise-Impfschutz bereit.

Kopfairbag anstatt Fahrradhelm?

Ein Kopfairbag wird um den Hals getragen und bläst sich bei einem Aufprall auf.

So gelingt der Start in die Rente

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie, wie Sie sich auf die neue Lebensphase vorbereiten können.

FSME: Jetzt noch impfen lassen

Viele Teile Deutschlands gehören mittlerweile zu Risikogebieten.

Nach Herzinfarkt zurück in den Job?

In fast allen Fällen ist das möglich, sogar bei körperlich schwerer Arbeit.

Was steckt hinter chronischem Husten?

Manchmal liegt die Ursache nicht in den Atemwegen oder der Lunge.

Kinder: Gentest zeigt Risiko für Depression

Der Test zeigt auch, in welchem Alter die Erkrankung auftreten könnte.

Testament selbst verfassen?

Wer keinen Notar damit beauftragen möchte, muss einige wichtige Dinge beachten.

Tipps zum Umgang mit Wirkstoffpflastern

In der Packungsbeilage sind oft nicht alle wichtigen Hinweise aufgelistet.

Kinderwunsch bleibt oft unerfüllt

Viele Frauen in Europa haben weniger Kinder, als sie sich eigentlich wünschen.

Beweg Dich: So gut ist Sport

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie, warum Bewegung so wichtig ist.

Neue Fälle von Tollwut in New York

Seit Beginn des Jahres wurden sechs Tollwutinfektionen bei Tieren bestätigt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen