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ABDA-Präsident Friedemann Schmidt

Der Apotheker-Präsident Friedemann Schmidt eröffnet den Deutschen Apothekertag in Düsseldorf.
© PZ/Müller

Do. 19. September 2013

Gute Arzneimittel-Versorgung braucht Vertrauen

Zu den tragenden Säulen des Gesundheitswesens gehört Vertrauen. Patienten müssen es ihren Ärzten und Apothekern entgegenbringen. Ärzte, Apotheker, Gesundheitspolitiker und Krankenkassen brauchen es aber auch untereinander. Dieses Vertrauen zu erhalten, mahnten Apothekervertreter auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag in Düsseldorf an.

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Geschätzte 100 Milliarden Arzneimittel-Einnahmen erfolgen in Deutschland jedes Jahr, eine kaum vorstellbare Zahl. Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA - Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände, nannte sie in einer Rede, mit der er den diesjährigen Deutschen Apothekertag in Düsseldorf eröffnete. Die meisten Patienten sind keine wissenschaftlichen Experten, wissen also nicht, wie genau Arzneimittel in ihrem Körper wirken, wie lange sie dort verweilen, wie sie abgebaut und ausgeschieden werden, wie mehrere eingenommen Arzneistoffe miteinander in Wechselwirkung treten. Sie müssen Vertrauen haben. "100 Milliarden Mal Vertrauen in die Menschen, die in der Forschung die Wirkungen neuer Arzneistoffe untersuchen, die neue Arzneiformen entwickeln, Arzneimittel besser und verträglicher machen", so Schmidt. "Und schließlich 100 Milliarden Mal Vertrauen in Menschen, die den Patienten direkt gegenüber stehen, die das Arzneimittel abgeben, die Behandlung begleiten und den verantwortungsvollen Arzneimittelgebrauch gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten sicherstellen." Apothekerinnen und Apotheker hierzulande sind die Menschen, die Experten, denen Patienten bei allen Fragen der Arzneimittelanwendung vertrauen können.

Vertrauen ist ein emotionales Geschehen. In Gesundheitsfragen vertrauten die Menschen nicht anonymen Gremien, Krankenversicherungen oder Ministerien. "Sie schenken es all denjenigen in den Gesundheitseinrichtungen in unserem Land, denen sie täglich mit der Frage begegnen 'Ich bin krank, kannst Du mir helfen?'."

Apotheker können helfen und wollen es gerne tun - flächendeckend im ganzen Land, im Notdienst auch nach Feierabend sowie an Sonn- und Feiertagen. Doch dafür müssen auch Apotheker Vertrauen haben können, und zwar in die Gesundheitspolitik, die die Bedingungen für ihre Arbeit festlegt. "Die wichtigste davon ist", betonte Schmidt in Düsseldorf, "Unabhängigkeit zu gewährleisten." "Demütigende Fremdbestimmung, dauernde bürokratische Eingriffe von außen in die professionelle Autonomie zerstören dagegen das Vertrauen in die eigene Arbeit und gefährden deren Erfolg. Denn wie soll jemand Vertrauen beim Patienten erwecken, der sich selbst permanentem Misstrauen ausgesetzt sieht?"

Apotheker brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit für ihre Arbeit. Doch hier gab und gibt es noch immer große Probleme, wie der Hauptgeschäftsführer der Bundesapothekervereinigung Dr. Sebastian Schmitz in Düsseldorf hervorhob. "Ganz und gar nicht erfreulich ist die Rolle, die der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung in der letzten Zeit einnimmt." Immer häufiger müssten Apotheker erleben, dass der Krankenkassen-Spitzenverband Positionen, die in Verhandlungen erreicht würden, wechselt oder wieder aufgibt. Das erzeuge erhebliche Unruhe und Unsicherheit bei der Apothekerschaft. Vertrauen, das doch die Grundlage des Gesundheitswesens sein sollte, schafft man so nicht.

FS

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