Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Apotheker bekämpfen Schlafmittelsucht

Aktuelles

Apotheker hört einer Patientin zu

Apotheker können Patienten mit Schlafmittelsucht dabei unterstützen, von der Abhängigkeit loszukommen.
© Robert Kneschke - Fotolia

Fr. 20. September 2013

Apotheker: Modellprojekt bekämpft Schlafmittelsucht

Apotheker versorgen ihre Kunden nicht nur zuverlässig und sicher mit Medikamenten. Sie helfen auch, wenn Menschen Probleme mit den Arzneimitteln bekommen. Auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf stellte der Hauptgeschäftsführer der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Dr. Sebastian Schmitz, nun ein Modellprojekt vor, in dem Apotheker zusammen mit Hausärzten Menschen unterstützt haben, sich aus der Abhängigkeit von Schlaf- und Beruhigungsmitteln zu befreien.

Anzeige

Es zeigte sich, dass 46 Prozent der teilnehmenden Patienten die Anwendung ihrer Schlaf- und Beruhigungsmittel - genauer von sogenannten Benzodiazepinen – aussetzten und immerhin 28 Prozent die Dosis deutlich reduzieren konnten. Und die überwiegende Zahl der Patienten erlitt auch nach drei Monaten keinen Rückfall. Drei Viertel der Betroffenen profitierten also bei der Lösung ihres Arzneimittelproblems von der guten Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Hausärzten. Diese hatten in enger Abstimmung miteinander individuelle Behandlungspläne erarbeitet und die Patienten motiviert, die Einnahme der Mittel schrittweise zu reduzieren.

"Das sind beachtliche und vorzeigbare Ergebnisse, über deren Umsetzung im praktischen Alltag wir intensiv diskutieren müssen", kommentierte Schmitz das Projekt, das von der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände getragen wurde. Die ABDA unternehme bereits Schritte, um noch weiter wissenschaftlich zu belegen, wie sehr den Patienten eine intensivierte Beratung zur Arzneimitteltherapie durch den Apotheker nützt. Außerdem sollen Modelle zur verbesserten Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern noch umfassender erprobt werden. Im Gegenzug erwarten Apotheker für solche besonderen Leistungen eine angemessene Honorierung durch die gesetzliche Krankenversicherung. Sie wünschen sich zudem, dass in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird, wie notwendig solche Leistungen sind.

FS/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Antibiotika-Saft: So klappt die Mischung

Bei der Zubereitung von Trockensäften gibt es einige Tücken.

Coronavirus: Welche Gefahr besteht wirklich?

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt weiter rasant an.

Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln?

Produkte aus Europa sind weniger belastet als solche aus Nicht-EU-Ländern.

Jubiläum bei Apotheker-Kongress

Um Patienten richtig beraten zu können, bilden sich Apotheker regelmäßig fort.

Organspende: Was ändert sich?

Der Bundestag hat eine Reform der Organspende beschlossen.

Kugelschreiber tötet 300 Menschen pro Jahr

Viele unterschätzen die Gefahr, die von dem alltäglichen Gegenstand ausgeht.

Die gefährlichsten Seuchen

Im ersten Teil der neuen NAI-Serie stellen wir die zehn bedrohlichsten Infektionskrankheiten vor.

5 Tipps: Was essen bei Arthrose?

Mit den richtigen Lebensmitteln lässt sich die Therapie unterstützen.

Notaufnahmen sollen entlastet werden

Ein neues Gesetz sieht vor, Notaufnahmen und den ärztliche Bereitschaftsdienst enger zu verzahnen.

Nasenspray: Sido kämpft gegen Sucht

Vermeintlich harmloses Schnupfenmittel macht dem prominenten Musiker seit Jahren zu schaffen.

Wenige Medikamente frei von Zuzahlung

Krankenkassen befreien ihre Versicherten nur bei einem von fünf Rabattarzneimitteln von der Zuzahlung.

18 Kassen erhöhen den Zusatzbeitrag

Bei den meisten Krankenkassen bleibt der Zusatzbeitrag jedoch stabil.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen