Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik "Pille danach" soll rezeptfrei werden

Aktuelles

Abstimmung über die

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker hat sich auf dem Deutschen Apothekertag 2013 dafür ausgesprochen, die "Pille danach" aus der Verschreibungspflicht zu entlassen.
© PZ/Müller

Fr. 27. September 2013

Deutsche Apotheker sind für rezeptfreie Abgabe der "Pille danach"

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker hat sich auf dem Deutschen Apothekertag 2013 dafür ausgesprochen, die "Pille danach" aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Sie folgte damit einer Initiative der Apothekerkammer Westfalen Lippe und ihrer Präsidentin Gabriele Regina Overwiening.

Die "Pille danach" verhindert ungewollte Schwangerschaften nach Geschlechtsverkehr bei fehlender oder fehlerhafter Verhütung. Erhältlich ist sie bisher nur mit ärztlichem Rezept. Aktuell gibt es aber Überlegungen, die Rezeptpflicht für die "Pille danach" abzuschaffen. Nach engagierter Debatte entschieden sich die Apotheker und Apothekerinnen nun dafür, den Wirkstoff Levonorgestrel für die Notfall-Verhütung für die rezeptfreie Abgabe freizugeben. An die Regierung richteten die Apotheker den Aufruf, die Arzneimittel-Verschreibungsverordnung entsprechend zu ändern. In der Begründung wird die recht gute Verträglichkeit der Notfall-Verhütung betont. Zudem weisen die Apotheker auf die Notwendigkeit hin, das Mittel im Notfall rasch zu bekommen. Um eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern, sollte Levonorgestrel so schnell wie möglich, spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Erfolgt die Einnahme in den ersten 24 Stunden, werden bis zu 95 Prozent aller Schwangerschaften verhindert. Wegen der kurzen Wirksamkeit fordern die Apotheker einen raschen und niederschwelligen Zugang zu dem Notfall-Verhütungsmittel.

Anzeige

Untersuchungen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zeigen, dass die "Pille danach" in Deutschland überwiegend von jungen Frauen verwendet wird, die eigentlich verhüten, bei denen es aber eine Verhütungspanne gegeben hat. "Die bisherige Verschreibungspflicht führt dazu, dass zu viel Zeit vergeht, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern", so Overwiening.

Der Wirkstoff Levonorgestrel ist bereits in 79 Ländern aus der Verschreibungspflicht entlassen worden. Overwiening legt jedoch großen Wert darauf, dass er nur im Notfall abgegeben werden soll: "Hier gibt es in einigen anderen Ländern durchaus Fehlentwicklungen, weil dort Arzneimittel als Handelsware verramscht werden. Wir müssen weiterhin dafür Sorge tragen, dass junge Menschen sehr verantwortlich mit der 'Pille danach' umgehen und sie wirklich nur im begründeten Einzelfall abgegeben wird."

FS

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tuberkulose bis 2050 eliminieren

Um dieses Ziel zu erreichen, muss auch in Deutschland noch einiges getan werden.

Arzneisäfte nicht in der Spüle entsorgen

Abgelaufene flüssige Arzneimittel gehören mitsamt der Verpackung in den Hausmüll.

Erst Heuschnupfen, dann Asthma?

Experten klären am Lesertelefon darüber auf, wie sich allergisches Asthma vermeiden lässt.

Tabuerkrankungen: Peinlich gibt’s nicht!

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um das Thema Blasenschwäche.

Luftverschmutzung verkürzt das Leben

Dreckige Luft könnte ein noch größeres Gesundheitsrisiko als Tabakrauchen sein.

Masernausbruch in Niedersachen

Nicht alle Eltern lassen ihre Kinder impfen - mit gefährlichen Folgen.

Sichere Medikamente für Senioren

Wie Apotheker helfen, arzneimittelbezogene Probleme dieser Patientengruppe zu vermeiden.

Gürtelrose-Impfung wird Kassenleistung

Senioren ab 60 Jahren wird empfohlen, sich gegen Gürtelrose impfen zu lassen.

Kein Kaffee vor dem Blutdruckmessen

Einige Dinge können die Werte verfälschen, erklärt ein Apotheker.

Vor der Reise: Impfpass checken

Auch Standardimpfungen sollten vollständig sein, rät ein Apotheker.

Cannabis auf Rezept: Nachfrage steigt

Die Zahl der ausgestellten Rezepte hat sich seit 2017 verdreifacht.

NAI vom 1.3.2019: Endlich schöne Haut

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie alles über die richtige Pflege für jeden Hauttyp.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Krank und was jetzt?

TreppenlifteHaben Sie sich schon einmal im Internet über Krankheiten und Therapien schlau gemacht?

Machen Sie mit bei der größten Befragung unter Patienten in Deutschland!

Anzeige

Service

Themenspecial: Gesunde Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Gesunde Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes über die richtige Pflege für jeden Hauttypen.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen