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Apotheker berät junge Frau zu Medikamenten

Seitdem Ärzte keine OTC-Arzneimittel mehr verordnen dürfen, hat sich auch deren Wissen über diese Präparate reduziert. Die Apotheker sind deshalb heute für die Therapie deutlich wichtiger geworden.
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Di. 15. Oktober 2013

Forderung: Selbstmedikations-Arzneimittel wieder auf Rezept

Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hält es für falsch, dass Selbstmedikations-Arzneimittel grundsätzlich nicht mehr verordnet werden dürfen. Sie seien angesichts der demographischen Entwicklung wichtig, um die Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen, sagte Steffens beim OTC-Gipfel des Apothekerverbandes Nordrhein heute in Düsseldorf.

Im Jahr 2004 hatte die rot-grüne Bundesregierung entschieden, dass Selbstmedikations-Arzneimittel grundsätzlich nicht mehr verordnet werden dürfen. Weil Patienten seitdem ihre Selbstmedikations-Arzneimittel, auch OTC-Arzneimittel genannt (von englisch 'over the counter', zu deutsch 'über die Ladentheke'), selbst bezahlen müssen, verzichteten vor allem ärmere Menschen auf diese Präparate, so Steffens. Stattdessen bekämen jene Menschen seitdem möglicherweise Medikamente mit mehr Nebenwirkungen verordnet. Es habe eine deutliche Verlagerung von Selbstmedikations- zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gegeben. Steffens: "Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass der Ausschluss von OTC-Arzneimitteln aus der Erstattungsfähigkeit im Sinne der Patienten war." Zweifelhaft sei diese Entscheidung auch gewesen, weil sie zwar keine nennenswerten Einsparungen für die Krankenkassen gebracht aber die Therapiefreiheit der Ärzte eingeschränkt hätte.

Seitdem Ärzte keine OTC-Arzneimittel mehr verordnen dürfen, habe sich auch deren Wissen über diese Präparate reduziert. Die Apotheker seien deshalb heute für die Therapie deutlich wichtiger geworden. Zum einen müssen sie gemeinsam mit dem Patienten bei leichten Erkrankungen das richtige Medikamente aussuchen und die Therapie begleiten. Gleichzeitig müssten Apotheker aber auch erkennen, wann einem Patienten der Arztbesuch empfohlen werden muss.

Steffens fordert die Bundespolitik auf, über den Ausschluss der OTC-Arzneimittel nachzudenken. Zumindest in den Indikationen, in denen die meist nebenswirkungsärmeren Präparate für die Therapie wichtig seien, sollte eine Erstattung möglich sein, damit auch weniger wohlhabenden Menschen alle Therapieoptionen zur Verfügung stehen.

PZ/DR

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