Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Poliovirus könnte nach Europa gelangen

Aktuelles

Landendes Flugzeug

Durch Flüchtlinge aus Syrien oder Reisende aus Israel könne das Poliovirus nach Europa gelangen, warnen zwei deutsche Ärzte.
© emeraldphoto - Fotolia

Fr. 08. November 2013

Kinderlähmung: Poliovirus könnte nach Europa gelangen

Nachdem in Syrien Neuinfektionen mit dem Poliovirus nachgewiesen wurden, warnen zwei deutsche Ärzte in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet vor der Einschleppung des Erregers nach Europa.

Anzeige

Kinderlähmung stellt in Deutschland seit Jahrzehnten keine Gefahr mehr dar. Dies könnte sich jedoch ändern: Professor Dr. Martin Eichner vom Universitätsklinikum Tübingen und Stefan O. Brockmann vom Kreisgesundheitsamt Reutlingen erklären, dass zusätzlich zu Syrien (aponet.de berichtete) neuerdings in Israel Polioviren zirkulieren. Da nur etwa einer von 200 ungeimpften Infizierten Kinderlähmung entwickelt, könnte das Virus in Deutschland unerkannt eingeschleppt werden. In unzureichend geimpften Bevölkerungsgruppen könnte es sich lange Zeit unbemerkt ausbreiten, ohne sich durch Poliofälle bemerkbar zu machen.

Eine Verschleppung des Poliovirus könnte durch Flüchtlinge aus Syrien oder Reisende aus Israel erfolgen, schreiben die Ärzte. Es könnte auch indirekt über andere Länder zu uns gelangen. In Europa seien wegen ihrer geringen Durchimpfung Bosnien und Herzegowina, die Ukraine, sowie Österreich besonders gefährdet. Darüber hinaus könnten aber auch in sonst gut durchimpften Ländern einzelne Bevölkerungsgruppen oder Regionen eine zu geringe Durchimpfung aufweisen und somit die Ausbreitung eingeschleppter Viren begünstigen.

Das alleinige Impfen von Flüchtlingen könnte sich als unzureichend erweisen, befürchten die Ärzte. Zusätzlich empfehlen sie, weitere Maßnahmen zu ergreifen, zum Beispiel Abwasserproben auf Polioviren zu untersuchen, was in Deutschland bisher nicht routinemäßig geschieht.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Zähne: Viele Kinder putzen zu selten

20 Prozent schaffen es nicht, zweimal täglich die Zähne zu putzen.

Apotheker sollen fair vergütet werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Arzneimittelversorgung in Deutschland reformieren.

Antibabypille Trigoa wird zurückgerufen

Bei einigen Packungen drohen Anwendungsfehler und ungewollte Schwangerschaften.

Apotheker sammeln Spenden

Welche Organisationen und Projekte um Hilfe bitte, lesen Sie hier.

Stefanie Tücking: Todesursache bekannt

Die SWR3-Moderatorin ist an einer Lungenembolie gestorben.

Statine werden zu häufig verordnet

Ärzte vernachlässigen offenbar zu häufig die Gefahr von Nebenwirkungen.

Schadstoffe im Weihnachtsgebäck

Lebkuchen, Stollen & Co sind in diesem Jahr seltener mit Acrylamid belastet.

Kinderlose Senioren sind nicht einsam

Wer keine Kinder hat, pflegt im Alter engere Beziehungen zu Freunden und Bekannten.

NAI vom 1.12.2018: Weihnachts-Spezial

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um Weihnachten.

Weihnachtspflanzen sind oft giftig

Amaryllis, Weihnachtsstern & Co können starke Vergiftungen auslösen.

Lesertelefon: Sicher Auto fahren im Alter

Experten beantworten Fragen zum Thema Fahrfitness im Alter.

Gefahr durch Medizinprodukte?

Prothesen und Implantate werden in Deutschland offenbar nur unzureichend geprüft.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen