Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Deutsche Soldaten psychisch belastet

Aktuelles

Bundeswehr-Soldaten von hinten aufgenommen

Bei jedem fünften Soldaten wurde vor dem Einsatz eine bis dahin noch nicht erkannte psychische Störung festgestellt.
© Sushi King - Fotolia

Di. 26. November 2013

Bundeswehr: Psychische Störungen unterschätzt

Auslandseinsätze sind für die Bundeswehr-Soldaten mit erheblichen Belastungen und gesundheitlichen Risiken verbunden. Einer aktuellen Studie zufolge kehren zwar weniger von ihnen mit einer traumatischen Belastungsstörung zurück als von der Öffentlichkeit angenommen. Allerdings sei das Risiko anderer psychischer Störungen bislang erheblich unterschätzt worden.

Anzeige

Die sogenannte Dunkelzifferstudie – vom Bundestag 2009 in Auftrag gegeben und von Forschern der Technischen Universität Dresden durchgeführt – ergab folgendes: Nur rund 0,4 Prozent aller Soldaten kehren mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus dem Einsatz zurück, nach zwölf Monaten lassen sich bei rund zwei Prozent der Rückkehrer PTBS-Symptome feststellen. Damit sind die PTBS-Raten der deutschen Soldaten etwas niedriger als bei britischen, und deutlich niedriger als bei amerikanischen Soldaten. Die Studie ergab jedoch auch, dass die Dunkelziffer der nicht entdeckten und behandelten PTBS-Erkrankungen bei rund 50 Prozent liegt. "Viele Betroffene haben aber Angst vor dem Gang zum Psychiater oder Psychotherapeuten, vielleicht befürchten sie auch negative Folgen für die Karriere", sagte Studienleiter Professor Hans-Ulrich Wittchen von der TU Dresden gegenüber der Zeitung "Die Welt".

Bisher unterschätzt worden ist zudem das Risiko für andere psychische Störungen wie Depressionen, der Beginn einer Alkoholabhängigkeit oder Angststörungen. Viele Soldaten gingen bereits vorbelastet in den Einsatz, so die Forscher. Bei jedem fünften Soldaten wurde im Studien-Interview vor dem Einsatz eine bis dahin noch nicht erkannte psychische Störung festgestellt. Solche Vorerkrankungen haben einen großen Einfluss auf einsatzbedingte Folgeerkrankungen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines verbesserten klinisch-diagnostischen Screenings vor Einsätzen, damit kranke Soldaten gefunden und behandelt werden könnten.

TUD/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Gesundheitskarte ab 2019 noch gültig?

Ein Blick auf die Karte verrät, ob Versicherte tätig werden müssen.

NAI vom 15.11.2018: Psyche in Not

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um die Behandlung von Depressionen.

Apotheke: Digitales Rezept kommt

Ab 2020 sollen Patienten digitale Rezepte in Apotheken einlösen können.

Pflege: Angehörige sind oft überlastet

Die Zahlen sind alarmierend: Viele sind kurz davor, ihren Dienst einzustellen.

"Notdienst in der Apotheke schützen"

Apotheken spielen eine wichtige Rolle für in der Notfallversorgung.

Resistente Keime in Rohkost und Salat?

Kräuter und Tütensalat sind offenbar häufig mit resistenten Bakterien verunreinigt.

Wechseldusche beugt Erkältung vor

Mit diesen Tipps lassen sich die Abwehrkräfte im Herbst und Winter stärken.

Von der Rezeptgebühr befreien lassen

Wer einen Antrag auf Befreiung stellen kann und wie das funktioniert, lesen Sie hier.

Tipps für Zuhause: Acrylamid meiden

Beim Erhitzen von Lebensmitteln können krebserregende Stoffe entstehen.

Jede Zweite vergisst die Pille regelmäßig

Gerade Teenager nehmen die Antibabypille oft nicht zuverlässig ein.

Männer nehmen Vorsorge nicht ernst

Viele Männer kümmern sich zu wenig um ihre Gesundheit.

NAI vom 1.11.2018: Großer Vitaminreport

Im Themenspezial der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um das Thema Vitamine.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen