Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Viele Heilpflanzen sind gefährdet

Aktuelles

Bittere Schleifenblume mit weißen Blüten.

Eine in Deutschland gebräuchliche Heipflanze: Die Bittere Schleifenblume (Iberis amara) wird gegen Magenbeschwerden eingesetzt.
© Sulabaja - Fotolia

Mo. 09. Dezember 2013

Heilpflanzen: Tausende Arten vom Aussterben bedroht

Viele Tausend Heilpflanzenarten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht, denn mehr als 90 Prozent der weltweit kommerziell genutzten Heilpflanzen werden direkt aus der Natur entnommen und nicht angebaut. Das berichteten Experten auf einer Presseveranstaltung des Komitee Forschung Naturmedizin (KFN) in München.

Anzeige

Weltweit seien etwa 15.000 Heilpflanzenarten vom Aussterben bedroht, meist durch unkontrollierte Wildsammlung, sagte Professor Dr. Maximilian Weigend von der Universität Bonn. Zum Vergleich: Etwa 72.000 Arten werden weltweit als Heilpflanzen genutzt, in den internationalen Handel gelangen davon 4000 bis 7000 Arten. Als Folge unkontrollierter Wildsammlung drohe vielen Arten das "kommerzielle Aussterben", erklärte der Biologe. Darunter verstehe man einen so starken Rückgang der Bestände, dass diese keine Nutzung mehr vertragen. Die Ernte sei unwirtschaftlich oder illegal. Von den in Deutschland etwa 1500 gehandelten Medizinalpflanzen stammten laut Weigend nur etwa 50 bis 100 Arten ausschließlich aus Kulturen.

Der Wissenschaftler plädierte für den kontrollierten Anbau von Heilpflanzen. Dieser liefere hochwertiges Ausgangsmaterial mit vorhersagbarem Wirkstoffgehalt, die Qualitätskontrolle sei gut durchführbar und der Anbau zertifizierbar. Allerdings verursacht die Kultur hohe Kosten. Ist ein Anbau nicht möglich, zum Beispiel weil die Pflanze sehr langsam wächst oder zu geringen Ertrag liefert, bietet die nachhaltige Wildsammlung eine Option. Dabei wird beispielsweise nur ein definierter Anteil der erntereifen Pflanzen entnommen, es gibt Ruheperioden für die Bestände und es wird eventuell nachgesät. "In sehr vielen Ländern ist die nachhaltige Wildsammlung heute die einzig legale Form der Sammlung", erklärte Weigend.

bmg/PZ/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

Der Norden Deutschlands galt bisher noch nicht als Gebiet, in dem Zecken diese Erkrankung übertragen.

Brexit könnte Leben kosten

Wissenschaftler befürchten, dass sich die Ernährung auf der Insel drastisch verschlechtert.

Penicillin-Allergie seltener als vermutet

Experten raten Betroffenen daher, sich bei einem Allergologen testen zu lassen.

12 Millionen Diabetiker in 2040?

Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Erkrankten stark ansteigen wird.

Das ist die Nummer 1 der Todesursachen

In Deutschland sterben die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Medikamente werden noch sicherer

Ab 9. Februar müssen Medikamente zusätzliche Sicherheitsmerkmale tragen.

Zahl der Apotheken sinkt weiter

Im vergangenen Jahr hat beinahe jeden Tag eine Apotheke geschlossen.

30 Millionen Grüne Rezepte ausgestellt

Seit 15 Jahren erhalten Kassenpatienten in der Arztpraxis immer häufiger ein Grünes Rezept.

Schneeschippen ist für Herzpatienten riskant

Durch die Kälte kann Schneeschippen in einigen Fällen sogar lebensgefährlich sein.

Vorsorgetermine im Überblick

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen.

Welcher Tee hilft bei Erkältungen?

Welche Sorte bei welchen Beschwerden hilft, erklärt ein Apotheker.

Bewegen Sie sich jeden Tag genug?

Viele Deutsche sind der Meinung, sich ausreichend zu bewegen - obwohl das oft nicht stimmt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen