Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Austauschverbotsliste bringt mehr Sicherheit

Aktuelles

Jüngere Apothekerin reicht Kundin (Rückenansicht) einen Beutel mit Arzneimitteln über den Tresen

Ausnahmen von den Vorgaben durch die Rabattverträge könnten vielen Patienten mehr Sicherheit geben.
© contrastwerkstatt - Fotolia

Mi. 08. Januar 2014

Rabattverträge: neue Austauschverbotsliste bringt mehr Sicherheit für Chroniker

Viele chronisch kranke Patienten, die auf ganz bestimmte Arzneimittel eingestellt und angewiesen sind, können aufatmen: Erstmals werden nun Wirkstoffe definiert, deren ärztlich verordnete Medikamente nicht mehr zugunsten von preiswerteren Rabattarzneimitteln ausgetauscht werden müssen. Darauf haben sich Apotheker und Krankenkassen im Rahmen eines Schiedsstellenverfahrens geeinigt, teilt der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit.

Anzeige

Nach monatelangen Bemühungen von Patientenverbänden, Apothekern und Gesundheitspolitikern ist es gelungen, eine allgemeingültige Austauschverbotsliste bei besonders heiklen Medikamenten aufzustellen. "Das sind gute Nachrichten für viele chronisch kranke Patienten", sagt DAV-Verhandlungsführer Dr. Rainer Bienfait: "Ein erster Schritt in die richtige Richtung zum Wohle der Patienten ist getan." Er habe großes Vertrauen, dass die Schiedsstelle die Austauschverbotsliste nun zügig bearbeitet und erweitert.

Ab 1. April 2014 bilden zwei Wirkstoffe die ersten beiden Positionen auf dieser Liste: Ciclosporin, ein Mittel, das z.B. nach Organtransplantationen das Immunsystem dämpft, und Phenytoin, das gegen Epilepsie eingesetzt wird. Mit Hilfe von Gutachtern und anhand der gemeinsam festgelegten Kriterien wird die Schiedsstelle systematisch und zeitnah die Aufnahme weiterer Wirkstoffe prüfen, sagt der DAV. Basis dafür ist eine Aufstellung von 20 Wirkstoffen, die der DAV den Krankenkassen im Frühjahr 2013 vorlegt hatte.

Rabattverträge werden zwischen den gesetzlichen Krankenversicherungen und einzelnen Arzneimittelherstellern geschlossen, um die Patienten möglichst preisgünstig mit Medikamenten zu versorgen. Verschreibt ein Arzt einen Wirkstoff oder erlaubt den Austausch eines verordneten Medikamentes, ist der Apotheker verpflichtet, dem Patienten das von seiner jeweiligen Kasse vorgesehene Rabattarzneimittel abzugeben. Diese Verträge werden regelmäßig neu ausgehandelt, was zur Folge haben kann, dass sich der Patient bei lange bekannten Wirkstoffen immer wieder auf andere Arzneimittel einstellen muss.

ABDA/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Kinderkliniken müssen häufiger schließen

Viele Kliniken sind unterfinanziert und es fehlt an Arbeitskräften.

Jeder Vierte hat Angst vor Bienen

Fakten und Mythen rund um Bienen, Wespen, Hornissen und andere Insekten.

Wie sicher sind Bluttransfusionen?

Ab 2019 soll Spenderblut auch auf Hepatitis-E-Viren getestet werden.

Obst und Gemüse landen zu oft im Müll

Im Schnitt verschwendet jeder Europäer jährlich 14 Kilo Obst und Gemüse.

Tropische Zecken in Deutschland gefunden

Ein gefundenes Exemplar trug den Erreger des Zecken-Fleckfiebers in sich.

Geld zurück mit dem Grünen Rezept

Viele Krankenkassen erstatten die Kosten für rezeptfreie Medikamente.

Doping beim Fitness: Auch Frauen betroffen

Immer mehr Sportler nehmen herzschädigende Medikamente ein, um ihre Fitness zu verbessern.

Bauch-OP: Sterberate hängt von Klinik ab

Experten fordern, dass der Eingriff nur in zertifizierten Kliniken durchgeführt werden sollte.

Hitzschlag: Kein Paracetamol & Co

Fiebersenkende Medikamente sollten besser nicht eingenommen werden.

Teenager: Vorsorge J1 ist unbeliebt

Nur etwa jeder zweite Teenager nutzt die kostenlose Jugendgesundheitsuntersuchung.

Hitze im Büro macht vielen zu schaffen

Auch klimatisierte Räume empfinden viele als störend, wie eine Umfrage zeigt.

NAI vom 1.8.2018: Es liegt was in der Luft

Im Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um Insekten, Pollen und erhöhte Ozonwerte.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen