Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Olympia: Herd für Pandemie-Keime?

Aktuelles

Bolshoi Ice Dome, Sochi

Im Bolschoi-Eispalast in Sotschi finden u.a. Eishockey-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2014 statt.
© Sochi 2014 Winter Games

Fr. 07. Februar 2014

Olympische Winterspiele in Sotschi: Herd für Pandemie-Keime?

Während Sportler und Sportbegeisterte sich auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi freuen, sehen Mediziner der Veranstaltung mit gemischten Gefühlen entgegen. Solche Großereignisse mit Millionen internationalen Besuchern können Ausgangspunkt für die weltweite Verbreitung ansteckender Krankheiten sein. Das schreibt die US-amerikanische Expertin Dr. Judy Stone online auf der Internetseite der Zeitschrift Scientific American.

Anzeige

Im Vergleich zu großen religiösen Festen wie der jährlichen islamischen Pilgerfahrt nach Mekka, dem Hadsch, oder der Kumbh Mela der Hindus in Indien mit teilweise über 30 Millionen Besuchern, sehen die Olympischen Winterspiele relativ klein aus. Doch während an den religiösen Wallfahrten eher Menschen aus einer Region teilnehmen, kommen die Olympiagäste und -athleten von allen Kontinenten nach Sotchi. In der Vergangenheit gab es laut Stone schon zahlreiche Beispiele für weit reichende Krankheitsausbrüche ausgehend von Massenveranstaltungen. Sie nennt unter anderem:

  • 2000-2001: Meningokokken-Ausbruch beim Hadsch in Saudi Arabien
  • 2002: Grippe bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City, USA
  • 2006: Norovirus-Ausbruch während der Fußball-WM in Deutschland
  • 2008: Grippe beim Weltjugendtag in Sydney, Australien
  • 2010: Masern bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver, Kanada

Von Mekka-Pilgern wird mittlerweile eine Meningokokken-Impfung verlangt. Erreger, die sich durch verunreinigte Nahrungsmittel und sanitäre Einrichtungen verbreiten, z.B. Cholera oder Norovirus, oder Atemwegsinfektionen, wie Tuberkulose, Keuchhusten oder Grippe, seien aber nach wie vor ein Problem. Sorgen bereiten Stone vor allem die hoch ansteckenden Masern, die in Russland und Europa weiterhin aktiv sind, und die Grippe. Kommen Menschen, die mit unterschiedlichen Stämmen von Grippeviren infiziert sind, miteinander in Kontakt, könnten sich die Viren verändern. Neue, Pandemie-fähige Stämme könnten entstehen, die sich mit den heimkehrenden Athleten schnell in alle Welt verbreiten.

Stone rät allen Teilnehmern und Besuchern solcher Großereignisse, sich zu schützen. Sie hält es für keine gute Idee, vor Ort Rohmilchprodukte oder nicht durchgegartes Fleisch zu probieren. Darüber hinaus spricht sie sich für umfassende Impfungen aus, unter anderem gegen Grippe, Masern, Keuchhusten, Windpocken oder Hepatitis A und B.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Gedächtnisprobleme: Wann zum Arzt?

Experten mahnen, den Arztbesuch nicht auf die lange Bank zu schieben.

Arzneimittel: Preise erneut gestiegen

Das gilt vor allem für Medikamente, die gegen Krebs oder seltene Krankheiten benötigt werden.

Worunter Kinder heutzutage leiden

Eine Studie zeigt, was die größten Gesundheitsrisiken für Kinder und Jugendliche sind.

NAI vom 15.9.2018: Schmerz, lass nach!

Im aktuellen Titelbeitrag der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um die richtige Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne.

Gesunde Zähne trotz Handicap

Seit Juli haben Pflegebedürftige Anspruch auf präventive Leistungen beim Zahnarzt.

8 von 10 Rücken-OPs sind überflüssig

Eine ärztliche Zweitmeinung bewahrt viele Patienten vor einer Operation.

Diabetes: Müde nach dem Essen?

Das kann ein Warnzeichen sein, das besser nicht ignoriert wird.

Nur noch Ärzte dürfen Tattoos weglasern

Bei unsachgemäßer Anwendung können Laser Haut und Augen dauerhaft schaden.

Smartphone-Pause wird immer beliebter

Viele Deutsche nehmen sich fest vor, hin und wieder auf das Handy zu verzichten.

Pflege: 40 Euro Zuschuss pro Monat

Pflegende Angehörige haben einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Ministerium arbeitet an einer Lösung

Die Politik möchte die unfairen Bedingungen für deutsche Apotheken ausräumen.

Wiederkehrende Migräne behandeln

Experten geben am kostenlosen Lesertelefon Ratschläge zur Migräneprophylaxe.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Jobangebot

Die aponet-Redaktion sucht einen Medizinjournalisten (m/w) als freien Mitarbeiter.

Erfahren Sie mehr in unserer Stellenanzeige.

Anzeige

Das A und O: Die konsequente Hautpflege!

Unbehandelt schreiten Begleiterscheinungen der Rosacea schnell voran. Dies kann Symptome wie entzündliche Papeln und Pusteln mit sich bringen. Das Gesicht, besonders die Stirn, Nase und Wangen, sind davon sichtbar betroffen.
Mehr erfahren

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Empfindliche Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Empfindliche Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes rund um die richtige Hautpflege bei Neurodermitis und Rosazea.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen