Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Modellprojekt: So funktioniert "ARMIN"

Aktuelles

Arzt sitzt an einem Tisch am Laptop und prüft eine Medikation; Kapseln liegen auf dem Tisch herum

Im Rahmen eines Medikationsmanagements prüft bei "ARMIN" neben dem Apotheker auch der Arzt die gesamte Medikation eines Patienten genau.
© DragonImages - Fotolia

Fr. 28. März 2014

Die neue Arzneimittelinitiative "ARMIN" – so funktioniert sie

Die in Bälde startende Arzneimittelinitiative Sachsen und Thüringen, kurz ARMIN, soll die Sicherheit der Medikamenten-Einnahme verbessern, Risiken bei der Einnahme minimieren und damit eine optimale Wirkung von Arzneimitteln erzielen. So funktioniert sie im Einzelnen.

Die Initiative, die zunächst nur in Sachsen und Thüringen und später vielleicht in der gesamten Bundesrepublik durchgeführt wird, baut auf drei Modulen auf, die stufenweise in die Praxis umgesetzt werden:

Anzeige

  • 1. Für die eingeschlossenen Erkrankungen (siehe unten) werden statt Präparaten nur Wirkstoffe verordnet. Damit wird dem Patienten deutlicher, dass er immer denselben Wirkstoff bekommt. Diese Stufe zündet am 1. Juli 2014.
  • 2. Den Ärzten wird ab Herbst 2014 ein Medikationskatalog an die Hand gegeben. Dieser unterstützt den Mediziner bei der Verordnung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von Wirkstoffen. Der Arzt darf davon abweichen, seine Therapiefreiheit wird also nicht eingeschränkt.
  • 3. In Form eines Medikationsmanagements erhält der Patient strukturierte Unterstützung bei der Einnahme. Dieses dritte Modul startet Anfang 2015.
    • Für das Medikationsmanagement sind Arzt und Apotheker gemeinsam verantwortlich. Patienten, die für ARMIN infrage kommen (siehe unten), suchen sich jeweils einen betreuenden Arzt und Apotheker unter denen, die am Projekt teilnehmen.
    • In einem ersten Schritt wird die Gesamtmedikation eines Patienten erfasst. Dabei erstellt der Apotheker eine umfassende Liste aller verordneten Medikamente einschließlich der Selbstmedikation.
    • Anschließend werden sowohl pharmazeutische (Apotheker) als auch medizinische (Arzt) Prüfungen auf Arzneimitteltherapiesicherheit durchgeführt. Der Arzt passt gegebenenfalls die aktuelle Medikation an. Der Vorgang wird durch ausführliche Gespräche mit dem Patienten begleitet, in denen er den Nutzen seiner Therapie erklärt bekommt und über seine Ängste bezüglich unerwünschter Effekte reden kann.
    • Die Daten werden in einem Medikationsplan für den Patienten zusammengeführt. Die Medikationspläne können von der Krankenkasse nicht eingesehen werden. Der Medikationsplan wird von Arzt und Apotheker während des gesamten Medikationsmanagements aktualisiert und fortgeschrieben. Die Zuständigkeiten sind hierbei klar definiert. Während des gesamten Projektzeitraums sorgen Apothekerverbände und -kammern für die fortwährende fachliche Begleitung und Unterstützung.

ARMIN richtet sich an chronisch kranke, ältere Menschen, die mehr als fünf Arzneimittel gegen ausgewählte Erkrankungen aus dem Herz-Kreislauf-Bereich, gegen Osteoporose oder gegen Stoffwechselstörungen einnehmen.

Die beteiligte Krankenkasse, die AOK Plus, hat in der Modellregion Sachsen und Thüringen 2,7 Millionen Versicherte. Rund 300.000 von ihnen nehmen mehr als fünf Arzneimittel gleichzeitig ein. Interessierte Patienten in Sachsen und Thüringen sollen ihren Arzt und Apotheker ansprechen, ob sie an dem Projekt teilnehmen können.

JPL

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Immer mehr Cannabis-Raucher sind über 50

Die Generation der Babyboomer steht der Droge offen gegenüber.

Resolution zum Versandhandel

Apotheker haben sich einstimmig gegen den Online-Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ausgesprochen.

Verbrennung: Kinder besser schützen

Gerade zur Weihnachtszeit lauern zu Hause verschiedene Gefahrenquellen.

Syphilis-Erreger aus einer Quelle

Die heute vorherrschenden Bakterien haben sich nach 1950 aus einem Stamm entwickelt.

Apotheke am Ort hilft Palliativ-Patienten

Sie leistet einen wichtigen Beitrag in der zeitnahen Versorgung des Patienten.

NAI vom 1.12.2016: Frohe Weihnachten

Im aktuellen Titelbeitrag der Neuen Apotheken Illustrierten lesen Sie 24 Tipps für die Adventszeit.

HIV: Jeder siebte Infizierte ahnungslos

Zwischen Infektion und Diagnose vergehen im Durchschnitt vier Jahre.

Diese Berufe machen krank

In einigen Branchen haben Beschäftigte doppelt so viele Fehltage wie in anderen.

Immer mehr Deutsche sind magersüchtig

Essstörungen treten heute deutlich häufiger auf als noch vor vier Jahren.

"Legal Highs" nicht länger legal

Neues Gesetz verbietet Herstellung und Weitergabe ganzer Stoffgruppen.

Warum Stadtleben krank macht

Psychiater warnen vor den Auswirkungen moderner Lebensumstände auf die Psyche.

Alzheimer: Neuer Arzneistoff enttäuscht

Die Fachwelt erwartete viel, doch eine große Studie zeigte keinen nennenswerten Effekt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen