Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Neue Warnhinweise zur Antibabypille

Aktuelles

Monatspackung Antibabypille, teilweise leer

Manche Verhütungspillen können in sehr seltenen Fällen einen Gefäßverschluss durch ein verschlepptes Blutgerinnsel begünstigen. Darauf wird zukünftig im Beipackzettel hingewiesen.
© Brigitte Meckle - Fotolia

Fr. 04. April 2014

EU-Beschluss: Neue Warnhinweise zur Antibabypille

Die Beipackzettel bestimmter Verhütungspillen werden nach einem aktuellen EU-Beschluss zum 1. August 2014 um ausführliche Warnhinweise zum Risiko sogenannter venöser und arterieller Thromboembolien ergänzt. Dabei handelt es sich um Gefäßverschlüsse durch ein in den Venen oder Arterien verschlepptes Blutgerinnsel. Ein solcher Verschluss kann lebensbedrohlich sein und erfordert dann eine schnelle Behandlung.

Anzeige

Betroffen von den neuen Hinweisen sind alle Antibabypillen, die eine Kombination der Östrogene Ethinylestradiol oder Estradiol mit einem der folgenden Gestagene enthalten: Chlormadinon, Desogestrel, Dienogest, Drospirenon, Etonogestrel, Gestoden, Nomegestrol, Norelgestromin oder Norgestimat.

Die Kernaussage des neuen Warnhinweises ist, dass Thromboembolien schwerwiegende, aber seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind. Die Häufigkeit liegt je nach Gestagen, das in der Kombination steckt, zwischen 20 bis 40 Fällen pro 100.000 Frauenjahre im Vergleich zu 5 bis 10 Fällen bei Nichtanwenderinnen und 60 Fällen bei Schwangeren. Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen.

Bei der Auswahl eines geeigneten Präparats muss der Arzt sorgfältig Gegenanzeigen und Risikofaktoren der Anwenderin beachten. Für Erstanwenderinnen und Frauen unter 30 Jahren empfiehlt das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Verhütungspillen mit Levonorgestrel.

Präparate mit dem Gestagen Chlormadinon stehen zudem unter zusätzlicher Überwachung, was mit einem schwarzen Dreieck gekennzeichnet wird. Für diese Arzneimittel haben die Zulassungsbehörden eine Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung angeordnet.

DB/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Wann darf der Arzt Cannabis verordnen?

Das neue Gesetz legt fest, welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Was Freiberuflichkeit bedeutet

Apotheker sind zwar keine Beamten, müssen aber viele staatliche Aufgaben erfüllen.

Apotheker begrüßen neues Cannabisgesetz

In Zukunft wird medizinisch notwendiges Cannabis wie andere Arzneimittel behandelt.

Apotheker benennen Patientenbeauftragten

Berend Groeneveld koordiniert u.a. die Kontakte zwischen Apotheken und Selbsthilfegruppen.

NAI vom 15.01.2017: Gesichter der Allergie

Im Titelbeitrag lesen Sie mehr über Ursachen und Therapie von Hautallergien.

Apotheke vor Ort ist nicht zu ersetzen

Nach Aufhebung der Preisbindung für ausländische Versender ist diese Infrastruktur gefährdet.

Kassen könnten Patienten entlasten

Es wären genug Überschüsse vorhanden, um die Zuzahlungen zu erlassen.

Essen: Gesund kommt vor lecker

Eine aktuelle Studie zeigt, was den Deutschen beim Thema Ernährung wichtig ist.

"Apotheke ist nah am Patienten"

In einem Kurzfilm macht sich CDU-Politiker Wolfgang Bosbach für die Apotheke vor Ort stark.

Jeder Achte hat E-Zigaretten probiert

Regelmäßige Nutzer sind vor allem Tabakraucher und Ex-Raucher.

Impfung: Große regionale Differenzen

In Teilen von Deutschland bestehen nach wie vor Impflücken.

Neue Arzneimittel oft ohne Zusatznutzen

Jedes dritte neue Medikament hat keine Vorteil gegenüber bekannten Präparaten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen