Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Viele Wurstwaren mit Bakterien belastet

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Halbes Mettbrötchen mit Zwiebelringen auf Holztisch, bunte Pfefferkörner, im Hintergrund Zwiebel

Wurstwaren, vor allem solche, die aus rohem Fleisch hergestellt werden, bergen zum Teil Antibiotika-resistente Keime.
© juefraphoto - Fotolia

Mi. 21. Mai 2014

Unappetitliche Stichprobe: resistente ESBL-Bakterien in der Wurst

Eine Stichprobenuntersuchung von Wurstwaren aus deutschen Supermärkten förderte ein unappetitliches Ergebnis zutage: Ein erheblicher Teil der Nahrungsmittel war mit Bakterien besiedelt, die gegen Antibiotika resistent sind – sogenannten ESBL-bildenden Keimen. Das berichtet die Bundestagsfraktion der Grünen, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte.

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Die Stichprobe umfasste insgesamt 63 verschiedene Fleisch- und Wursterzeugnisse, die in 13 deutschen Städten in Supermärkten eingekauft worden waren. In insgesamt 10 davon, das entspricht 16 Prozent) fand das Labor die ESBL-bildenden Bakterien. Bei den Wurstwaren fielen besonders die Produkte auf, die Mett enthielten. Auf 8 von insgesamt 36 Proben waren die Keime anzutreffen. Bei den getesteten Putenprodukten waren sie sogar in zwei Dritteln zu finden (6 von 9 Proben). Bei Schinken wurden keine ESBL-Keime entdeckt.

Eine Infektion von Menschen mit ESBL-bildenden Erregern über Lebensmittel ist nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) grundsätzlich möglich. Wie hoch das Infektionsrisiko ist, lasse sich derzeit aber nicht abschätzen, sagt das BfR auf seiner Website. Im Normalfall würde der Mensch die Besiedlung mit ESBL-bildenden Bakterien jedoch nicht bemerken, da die meisten davon harmlose Darmbewohner seien. Es gibt unter den ESBL-bildenden Bakterien aber auch solche, die beim Menschen Erkrankungen verursachen können, z. B. Salmonellen, Klebsiellen oder enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC). Eine antibiotische Behandlung solcher Erkrankungen würde wegen der resistenten Erreger erheblich komplizierter.

ESBL steht für "extended-spectrum beta-lactamases" und bezeichnet Enzyme, die sogenannte Beta-Laktam-Antibiotika, auch moderne Wirkstoffe, unwirksam machen können. Gegen Bakterien, die diese Enzyme produzieren, sind solche ansonsten hoch wirksamen Antibiotika machtlos. Zu den Resistenzen kommt es durch den Einsatz von Antibiotika beim Menschen und in der Tierhaltung. Resistente Bakterien haben einen Vorteil in der Konkurrenz mit anderen Keimen.

RF

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