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Drei junge Männer in einem Wartezimmer; einer spielt an seinem Handy, die anderen zwei lesen

Viele Menschen bevorzugen es, während Wartezeiten anderen Aktivitäten nachzugehen, zum Beispiel lesen oder sich mit dem Smartphone beschäftigen.
© Adam Gregor - Fotolia

Fr. 04. Juli 2014

Nichtstun quält mehr als Stromschlag

Nur wenige Menschen scheinen sich mit sich allein und ihren Gedanken wohlzufühlen. Diesen Schluss lässt eine Studie US-amerikanischer Psychologen zu, der zufolge viele lieber etwas tun, statt nichts zu tun – selbst wenn es sich dabei um etwas Unangenehmes handelt.

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In elf Versuchsanordnungen zeigte sich, dass Studienteilnehmer egal welchen Alters es nicht schön fanden, Zeit in einem Raum zu verbringen und dabei nichts anderes zu tun als nachzudenken oder Tagträumen nachzuhängen. Dies galt selbst für kurze Zeitspannen von nur sechs Minuten, wie die Forscher um Timothy Wilson von der University of Virginia in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Science berichten. Im Großen und Ganzen bevorzugten es die meisten, wenn sie während der Wartezeit anderen Aktivitäten nachgehen konnten, zum Beispiel Musik hören oder sich mit dem Smartphone beschäftigen. Erstaunlicherweise verabreichten sich manche sogar lieber leichte Elektroschocks, als den eigenen Gedanken nachzuhängen, wie sich in den Versuchen der Forscher herausstellte.

Dass viele Menschen lieber etwas tun als nichts zu tun, müsse nicht zwangsläufig mit der Schnelllebigkeit der modernen Gesellschaft zusammenhängen oder der Allgegenwart elektronischer Geräte wie Smartphones, so Wilson. Vielmehr könnten Handys, MP3-Player und Co. eine Antwort auf den Wunsch des Menschen sein, immer etwas zu tun zu haben, glaubt der Psychologe. Es gebe durchaus auch Zeiten, in denen jeder gerne vor sich hinträumt oder den eigenen Phantasien nachhängt. Doch werde diese Art des Denkens meist dann als angenehm empfunden, wenn es spontan passiere, so Wilson. Auf Kommando sei dies schwieriger.

HH

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