Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Suchtbericht: Weniger Jugendliche rauchen

Aktuelles

Teenager, ca. 16 Jahre alt, beide mit Zigaretten im Mund, er gibt ihr Feuer

In Deutschland rauchen laut dem Suchtbericht der Bundesregierung immer weniger junge Menschen.
© Edyta Pawlowska - Fotolia

Di. 08. Juli 2014

Suchtbericht: Jugendliche rauchen weniger

Junge Menschen in Deutschland rauchen und trinken seltener als noch vor einigen Jahren. Wenn sie Alkohol konsumieren, tun sie dies jedoch immer häufiger in riskanter Menge. Darauf wies die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2014 hin.

Anzeige

Der Tabakkonsum bei Jugendlichen sei seit 2001 um 12 Prozent zurückgegangen, erklärte Mortler. Beim regelmäßigen Alkoholkonsum seien es 4 Prozent. Trotzdem habe sich die Zahl der unter 20-Jährigen, die aufgrund sogenannten Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, seit dem Jahr 2000 verdreifacht. Auch junge Erwachsene bis 29 Jahre würden häufiger bis zum Rausch trinken, so die Drogenbeauftragte. Die Bundesregierung werde das Thema verstärkt angehen und weiter auf Prävention setzen, sagte Mortler. Auch will die Politikerin das Thema Suchtprävention im geplanten Präventionsgesetz verankern. Ein Werbeverbot für Alkohol strebe sie jedoch nicht an, so Mortler.

Sorgen macht Mortler auch die steigende Zahl der glücksspielsüchtigen jungen Männer. Dem Suchtbericht zufolge spielten im vergangenen Jahr mit 23,5 Prozent viermal so viele 18- bis 20-jährige Männer an Geldspielautomaten wie noch 2007 (5,8 Prozent). Auch gelten inzwischen 250.000 junge Menschen als internetabhängig, weitere 1,4 Millionen als gefährdet durch problematischen Internetgebrauch. Diesem Thema werde sie sich genau wie der Aufklärung zu elektronischen Zigaretten und Wasserpfeifen verstärkt widmen, sagte Mortler. Auch wolle sie die Verbreitung von kristallinem Methamphetamin (Crystal Meth) weiter beobachten und hier Präventionsangebote ausweiten.

Beim Thema Medikamentensucht verweist der Suchtbericht auf den Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA) aus dem Jahr 2012. Demnach sind in Deutschland rund 2,31 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren abhängig von Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Bei 3,3 Millionen Deutschen liegt dem Suchtbericht zufolge ein Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit vor. 14,7 Millionen Bundesbürger rauchen. Ihre Zahl ist somit leicht gesunken. Die Anzahl der Drogentoten ist dagegen laut Suchtbericht im vergangenen Jahr nach jahrelangem Rückgang erstmals wieder gestiegen und lag 2013 bei 1002 Verstorbenen.

ah/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Apotheker beraten zur Grippeimpfung

Wer geimpft ist, trägt dazu bei, dass insgesamt weniger Menschen an der Grippe erkranken.

Knochenbruch als Warnsignal

Eine Fraktur kann auf Osteoporose hinweisen. Experten beraten dazu am kostenlosen Lesertelefon.

Das Immunsystem stärken

Im Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie, wie sich die Abwehrkräfte stärken lassen.

Mediziner warnen vor E-Zigaretten

Die Risiken für die Gesundheit sind bislang noch nicht absehbar, mahnen Lungenfachärzte.

Wer arbeitslos ist, stirbt früher

Einer neuen Studie zufolge verdoppelt Arbeitslosigkeit das Risiko für einen frühen Tod.

Bitter schmeckende Kürbisse nicht essen

Grund für den bitteren Geschmack kann ein giftiger Stoff sein, der den Darm schädigt.

Medizin-Nobelpreis geht an Zellforscher

Die Forscher haben herausgefunden, das Zellen über eine Art "Sauerstoff-Sensor" verfügen.

Grippe fordert jedes Jahr viele Todesopfer

Den besten Schutz bietet eine Impfung. Die richtige Zeit dafür ist im Herbst, vor Beginn der Grippewelle.

Krebs steigert das Risiko für Armut

Nach der Erkrankung ist es vielen Menschen nicht mehr möglich, ihren Beruf weiter auszuüben.

Nährwert-Ampel für Lebensmittel kommt

Anhand des Nutri-Scores lässt sich auf einen Blick erkennen, wie gesund ein Produkt ist.

Spahn betont das gemeinsame Ziel

Ein geplantes Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn soll die Vor-Ort-Apotheken stärken.

Diabetes bei Hund und Katze erkennen

Früh genug erkannt, kann die Stoffwechselkrankheit auch bei Haustieren gut behandelt werden.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen