Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Apotheker definieren neues Angebot

Aktuelles

Apothekerin berät Kunden.

Beim Medikationsmanagement werden auch die Arzneimittel einbezogen, die der Patient ohne Rezept kauft.
© ABDA

Do. 10. Juli 2014

Medikationsmanagement: Was Patienten erwarten können

Deutschlands Apotheker denken intensiv darüber nach, wie sich die Therapie mit Arzneimitteln weiter verbessern lässt. Ein zentraler Punkt ist das sogenannte Medikationsmanagement, bei dem Ärzte und Apotheker gemeinsam die Arzneimitteltherapie des Patienten betreuen. Auf einer Pressekonferenz in Berlin stellte die Bundesapothekerkammer (BAK) ein Grundsatzpapier vor, das genau erklärt, was das Medikationsmanagement beinhaltet.

Anzeige

"Medikationsanalyse und Medikationsmanagement sind keine geschützten Begriffe", sagte Dr. Andreas Kiefer, Präsident der BAK. Zurzeit sehe jeder in diesen Dienstleistungen etwas anderes. Mit dem "Grundsatzpapier zur Medikationsanalyse und zum Medikationsmanagement" ändert sich das nun. "Entscheidend ist, dass der Patient zu jedem Zeitpunkt weiß, wie er sein Arzneimittel anwendet", so Kiefer. Daher hätten die Apotheker eine strukturierte Herangehensweise entwickelt.

Am Anfang steht immer die Medikationsanalyse. Hierbei notiert sich der Apotheker, was der Patient aktuell an Medikamenten einnimmt. Dazu gehören sowohl vom Arzt verschriebene als auch die selbst gekauften Präparate. Der Apotheker klärt, ob eventuell Probleme wie Wechselwirkungen bestehen. Falls das so sein sollte, schlägt der Apotheker eine Lösung vor, die anschließend gemeinsam mit dem Patienten und dem behandelnden Arzt besprochen und vereinbart wird. An diese Analyse schließt sich die kontinuierliche Betreuung des Patienten an. So lässt sich nachvollziehen, ob die Problemlösung effektiv war, und es fällt schneller auf, falls in der weiteren Behandlung neue arzneimittelbezogene Probleme auftreten sollten. Kiefer betont jedoch, dass die Therapiehoheit weiterhin beim Arzt bleibt: "Wir Apotheker wollen und werden nicht therapieren."

Patienten, die diesen Service in der Apotheke in Anspruch nehmen möchten, werden sich zukünftig in ein entsprechendes Programm einschreiben können. Bisher laufen verschiedene Modellprojekte auf regionaler Ebene. Diese Versuchsphase solle jedoch möglichst kurz gehalten werden, denn der Bedarf bei den Patienten sei vorhanden, erklärte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Für die teilnehmenden Patienten werden sich die Abläufe in der Apotheke etwas ändern. Schmidt hält u.a. eine Terminvereinbarung für denkbar, um ausführlich und in Ruhe die Arzneimitteltherapie zu besprechen. Die Patienten müssten bereit sein, sich enger an eine Apotheke zu binden - ähnlich wie an einen Hausarzt. Sie könnten jedoch weiterhin auch andere Apotheken in Anspruch nehmen. "Das Angebot der Apotheken soll in jedem Fall für den Patienten so offen und niederschwellig bleiben, wie es bisher ist", versprach der ABDA-Präsident.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Kinderkliniken müssen häufiger schließen

Viele Kliniken sind unterfinanziert und es fehlt an Arbeitskräften.

Jeder Vierte hat Angst vor Bienen

Fakten und Mythen rund um Bienen, Wespen, Hornissen und andere Insekten.

Wie sicher sind Bluttransfusionen?

Ab 2019 soll Spenderblut auch auf Hepatitis-E-Viren getestet werden.

Obst und Gemüse landen zu oft im Müll

Im Schnitt verschwendet jeder Europäer jährlich 14 Kilo Obst und Gemüse.

Tropische Zecken in Deutschland gefunden

Ein gefundenes Exemplar trug den Erreger des Zecken-Fleckfiebers in sich.

Geld zurück mit dem Grünen Rezept

Viele Krankenkassen erstatten die Kosten für rezeptfreie Medikamente.

Doping beim Fitness: Auch Frauen betroffen

Immer mehr Sportler nehmen herzschädigende Medikamente ein, um ihre Fitness zu verbessern.

Bauch-OP: Sterberate hängt von Klinik ab

Experten fordern, dass der Eingriff nur in zertifizierten Kliniken durchgeführt werden sollte.

Hitzschlag: Kein Paracetamol & Co

Fiebersenkende Medikamente sollten besser nicht eingenommen werden.

Teenager: Vorsorge J1 ist unbeliebt

Nur etwa jeder zweite Teenager nutzt die kostenlose Jugendgesundheitsuntersuchung.

Hitze im Büro macht vielen zu schaffen

Auch klimatisierte Räume empfinden viele als störend, wie eine Umfrage zeigt.

NAI vom 1.8.2018: Es liegt was in der Luft

Im Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um Insekten, Pollen und erhöhte Ozonwerte.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen