Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Aufzahlung: Kosten sozialer verteilen

Aktuelles

Plastikdose mit ausgeleerten Tabletten auf Euro-Scheinen

Zum 1. Juli sind die Festbeträge vieler Medikamente gesunken, weswegen Patienten jetzt oft tiefer in die Tasche greifen müssen.
© Stefan Redel - Fotolia

Mi. 23. Juli 2014

Aufzahlung: Apotheker fordern sozialverträgliche Lösung

Durch die seit Juli neu geltenden Festbeträge werden viele Patienten mit einem teils erheblich erhöhten Eigenanteil für ihre Medikamente konfrontiert. Der Hessische Apothekerverband (HAV) fordert daher statt der Festbeträge und Rabattverträge neue Regelungen, um die Kosten sozialverträglicher zu verteilen.

Anzeige

Für die Krankenkassen bedeuten die neuen Festbeträge Ersparnisse in Milliardenhöhe, für deren Versicherte jedoch eine zusätzliche, teilweise dramatische Belastung. "Es ist schon eine erschütternde Situation, wenn ein Patient vor einem steht und jetzt rund 500 Euro und mehr selbst bezahlen muss", sagt Dr. Hans Rudolf Diefenbach, stellvertretender Vorsitzender des HAV. Dies sei bei einigen speziellen Präparaten der Fall. Die Krankenkassen zeigten sich hier jedoch laut Diefenbach gnadenlos.

In ihrer Not rufen viele betroffene Patienten beim Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU), an. Rat weiß er allerdings auch nicht, sondern verweist die Versicherten zur Information an die Ärzte und Apotheker. "Wir helfen dem Patienten wo wir können", bekräftigt Diefenbach. Zwar gebe es zu einigen Arzneimitteln preiswerte Alternativen, doch diese seien in zahlreichen Fällen nicht verfügbar, weil aufgrund der Rabattverträge der Markt leergefegt sei. Daher fordert der HAV: "Es ist an der Zeit, dass die Zwangsinstrumente, wie Rabattverträge und Festbeträge, durch Regularien abgelöst werden, welche die Versorgungssituation der Patienten sozialverträglicher gestalten."

Zum 1. Juli sind die Festbeträge vieler Medikamente gesunken, also der maximale Betrag, den die gesetzliche Krankenversicherung erstattet. Einige Arzneimittelhersteller haben diese Absenkung jedoch nicht mitgetragen, sodass ein erheblicher Differenzbetrag zwischen Erstattungsbetrag und Arzneimittelpreis entsteht, den die einzelnen Patienten decken müssen. Der HAV weist darauf hin, dass die Apotheken die Auf- und Zuzahlungen lediglich einsammeln und an die Kassen weiterleiten müssen, ohne selbst daran zu verdienen.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tuberkulose bis 2050 eliminieren

Um dieses Ziel zu erreichen, muss auch in Deutschland noch einiges getan werden.

Arzneisäfte nicht in der Spüle entsorgen

Abgelaufene flüssige Arzneimittel gehören mitsamt der Verpackung in den Hausmüll.

Erst Heuschnupfen, dann Asthma?

Experten klären am Lesertelefon darüber auf, wie sich allergisches Asthma vermeiden lässt.

Tabuerkrankungen: Peinlich gibt’s nicht!

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten geht es um das Thema Blasenschwäche.

Luftverschmutzung verkürzt das Leben

Dreckige Luft könnte ein noch größeres Gesundheitsrisiko als Tabakrauchen sein.

Masernausbruch in Niedersachen

Nicht alle Eltern lassen ihre Kinder impfen - mit gefährlichen Folgen.

Sichere Medikamente für Senioren

Wie Apotheker helfen, arzneimittelbezogene Probleme dieser Patientengruppe zu vermeiden.

Gürtelrose-Impfung wird Kassenleistung

Senioren ab 60 Jahren wird empfohlen, sich gegen Gürtelrose impfen zu lassen.

Kein Kaffee vor dem Blutdruckmessen

Einige Dinge können die Werte verfälschen, erklärt ein Apotheker.

Vor der Reise: Impfpass checken

Auch Standardimpfungen sollten vollständig sein, rät ein Apotheker.

Cannabis auf Rezept: Nachfrage steigt

Die Zahl der ausgestellten Rezepte hat sich seit 2017 verdreifacht.

NAI vom 1.3.2019: Endlich schöne Haut

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie alles über die richtige Pflege für jeden Hauttyp.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Krank und was jetzt?

TreppenlifteHaben Sie sich schon einmal im Internet über Krankheiten und Therapien schlau gemacht?

Machen Sie mit bei der größten Befragung unter Patienten in Deutschland!

Anzeige

Service

Themenspecial: Gesunde Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Gesunde Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes über die richtige Pflege für jeden Hauttypen.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen