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Spritze und verschiedene Tabletten vor blauem Hintergrund

Die Weltgesundheitsorganisation denkt darüber nach, experimentelle Medikamente in den Ebola-Gebieten einzusetzen.
© Kovac Mario - Fotolia

Di. 12. August 2014

Ebola: So wirken die experimentellen Medikamente

Um die Ebola-Epidemie in den betroffenen Ländern in Westafrika einzudämmen, denkt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über ungewöhnliche Schritte nach. Es sollen jetzt experimentelle Arzneimittel eingesetzt werden, die bisher nicht bei Menschen erprobt wurden.

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Da es bisher keine ursächliche Behandlung einer Ebola-Infektion gibt, sollen zwei bisher nicht zugelassene Arzneimittel zur Verfügung gestellt werden. Einer der beiden Wirkstoffe, genannt ZMapp, wurde bereits letzte Woche zwei infizierten US-Amerikanern in Afrika gegeben. Er besteht aus einem Cocktail aus drei verschiedenen Antikörpern. Wie er genau wirkt, wissen selbst die Hersteller noch nicht. Eine der Komponenten erkennt offenbar die Ebola-Viren und meldet das dem Immunsystem. Von den beiden anderen wird vermutet, dass sie die Vermehrung des Virus stoppen. Der Wirkstoff wird mittels eines speziellen, aber sehr langsamen Verfahrens in Tabakpflanzen gezüchtet.

Der zweite Wirkstoff, der momentan in der Diskussion ist, heißt TKM-Ebola. Er wurde bisher ebenfalls nur an Primaten getestet, entfaltete dort aber eine durchschlagende Wirkung gegen die Erkrankung. Diese Therapie greift die Erbinformation des Virus direkt an und unterbindet so seine Vermehrung. Dieses Verfahren haben sich die Forscher bei der Natur abgeschaut, denn viele Pflanzen gehen ähnlich vor, um krankmachende Viren quasi stillzulegen. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA lockerte Beschränkungen zu diesem Wirkstoff, die vormals aufgrund von Sicherheitsbedenken bestanden hatten. So wäre es nun offenbar möglich, dass der Hersteller den Wirkstoff in der Krisenregion zur Verfügung stellt.

Ob und wie gut diese Medikamente bei Ebola-Patienten wirken, kann bisher niemand genau sagen. Bevor ein Medikament zugelassen wird, sind normalerweise jahrelange aufwändige Untersuchungen nötig, um die Wirksamkeit, Sicherheit und Unbedenklichkeit zu beweisen. Wegen der ernsten Lage im Fall der Ebola-Erkrankung in Afrika rücken die Gesundheitsbehörden jetzt offenbar von dieser Vorgehensweise ab.

RF

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