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Friedemann Schmidt (Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, links), Fritz Becker (Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, Mitte) und Dr. Andreas Kiefer (Präsident der Bundesapothekerkammer, rechts) bei der Auftaktpressekonferenz zum Deutschen Apothekertag 2014 in München.

Friedemann Schmidt (Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände), Fritz Becker (Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV)) und Dr. Andreas Kiefer (Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK)) bei der Auftaktpressekonferenz zum Deutschen Apothekertag 2014 in München.
© Alois Müller/PZ

Di. 16. September 2014

Apotheker fordern, die Importklausel zu streichen

Die deutschen Apotheker möchten den oft komplizierten Arzneimittelvertrieb klarer gestalten. Das soll verhindern, dass gefälschte Medikamente in die Apotheken gelangen. Dazu forderten sie auf der Auftaktpressekonferenz zum Deutschen Apothekertag 2014 in München unter anderem, die sogenannte Importklausel zu streichen.

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Im Jahr 2014 hat es bereits 260 Arzneimittelrückrufe gegeben. "135 davon waren auf Qualitätsmängel zurückzuführen, 125 auf Fälschungen", erklärte Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Die Fälschungen sind nicht immer leicht zu erkennen, doch Apotheker sind in dieser Hinsicht sehr aufmerksam. "Bisher hat die Türsteherfunktion der Apotheker gehalten, denn es ist kein Fall dokumentiert, in dem ein gefälschtes Arzneimittel an einen Patienten gelangt ist." Damit das weiterhin so bleibt, möchten die Apotheker, dass Maßnahmen getroffen werden, die vorbeugend ansetzen. "Gefälschte Medikamente sollen gar nicht mehr in die Apotheken gelangen", sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands ergänzt: "Je länger und verwinkelter die Vertriebswege werden, desto einfacher ist es, Fälschungen einzuschleusen." Gerade Importarzneimittel bergen ein hohes Risiko. Sie seien laut Becker überproportional an den Fälschungen beteiligt. Die Apotheker möchten daher den Vertriebsweg von Arzneimittel einfacher und durchsichtiger gestalten. Mit drei konkreten Maßnahmen soll dieses Ziel erreicht werden. Um die Schwachstellen auf dem Weg des Arzneimittels von Hersteller zu Patient zu beseitigen, haben sie bereits das Projekt "securPharm" ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, in der jedes Medikament mit einem Code hinterlegt ist, mit dessen Hilfe man problemlos seine Echtheit prüfen kann.

Darüber hinaus soll die Rolle des Apothekers gestärkt und seine Entscheidungsspielräume erweitert werden. Schmidt: "Der Apotheker soll selbst entscheiden können, ob ihm das Risiko bei der Abgabe beispielsweise eines importierten Präparats zu hoch erscheint." Das wird momentan durch die Importklausel für Arzneimittel erschwert. Diese schreibt dem Apotheker vor, einen bestimmten Prozentsatz an importierten Medikamenten für Kassenpatienten abzugeben. Die Apotheker fordern daher, diese Importklausel zu streichen. Das Einsparpotenzial dieser Quote sei verglichen mit anderen Maßnahmen wie Festbeträgen oder Patientenzuzahlungen ohnehin verschwindend gering. Becker: "Es gibt Signale vonseiten der Krankenkassen, die das ähnlich sehen." Als dritten Punkt sollen auch die Hersteller, Großhändler und Importeure ihren Teil beitragen und ihre Lieferwege transparenter gestalten. "Es wäre sinnvoll, wenn sie auf Nachfrage einen Herkunftsnachweis vorlegen könnten und importierte Medikamente im Labor prüfen würden", erklärte Schmidt.

RF

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