Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik 80 Generika verlieren Zulassung

Aktuelles

Arzneimittel Schachteln und Blister

Eine Liste des BfArM enthält Generika von 16 Herstellerunternehmen.
© Nazzalbe - Fotolia

Mi. 10. Dezember 2014

Liste: BfArM lässt die Zulassung von 80 Generika ruhen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Internet eine Liste mit 80 Arzneimitteln veröffentlicht, deren Zulassung ruht. Die Präparate dürfen ab sofort nicht mehr verkauft werden.

Anzeige

Die Liste der Arzneimittel, für die das Ruhen der Zulassung angeordnet wurde, umfasst ausschließlich Nachahmerpräparate, sogenannte Generika, von 16 Herstellerunternehmen. Darunter befinden sich beispielsweise Medikamente mit Wirkstoffen, die den Blutdruck senken. Aber auch Präparate mit Wirkstoffen für viele andere Anwendungsgebiete z.B. Depressionen oder Migräne sind enthalten. Die genannten Präparate verlieren ihre Verkehrsfähigkeit und dürfen nicht mehr abgegeben werden.

Alle diese Generika hatten ihre Zulassung aufgrund von klinischen Studien der Firma GVK Biosciences in Indien erhalten. Wie letzte Woche bekannt wurde, zeigte eine Inspektion dieser Firma, dass bei der Durchführung der Studien zwischen 2008 und 2014 schwerwiegende Mängel aufgetreten waren (aponet.de berichtete). Daher sieht das BfArM diese Studienergebnisse nicht mehr als gültig an und ordnet das Ruhen der Zulassungen an. Erst wenn der jeweilige Hersteller neue Studien vorlegen kann, erhalten die Präparate ihre Zulassung zurück.

Nach Aussage des BfArM liegen keine Hinweise vor, dass die Sicherheit der Patienten gefährdet sei. Daher sei kein Rückruf der betroffenen Arzneimittel vorgesehen, die bereits an Patienten abgegeben wurden. Patienten, die entsprechende Medikamente bereits Zuhause haben, können diese weiterhin ohne gesundheitliches Risiko einnehmen. Wer sich unsicher ist, kann sich an seinen Arzt oder Apotheker wenden. Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, ergänzt: "Die Apotheker sorgen dafür, dass die Patienten in jedem Einzelfall mit einem alternativen Präparat versorgt werden, wenn das vom Arzt verordnete Medikament nicht mehr verfügbar sein sollte."

Auf der Website des BfArM ist die Liste der betroffenen Arzneimittel für jedermann zugänglich. Das BfArM aktualisiert die Liste der betroffenen Arzneimittel regelmäßig, da die jederzeit mögliche Vorlage ergänzender Unterlagen durch die betroffenen pharmazeutischen Unternehmer dazu führen kann, dass das Ruhen der Zulassung vom BfArM aufgehoben werden kann.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Immer mehr Cannabis-Raucher sind über 50

Die Generation der Babyboomer steht der Droge offen gegenüber.

Resolution zum Versandhandel

Apotheker haben sich einstimmig gegen den Online-Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ausgesprochen.

Verbrennung: Kinder besser schützen

Gerade zur Weihnachtszeit lauern zu Hause verschiedene Gefahrenquellen.

Syphilis-Erreger aus einer Quelle

Die heute vorherrschenden Bakterien haben sich nach 1950 aus einem Stamm entwickelt.

Apotheke am Ort hilft Palliativ-Patienten

Sie leistet einen wichtigen Beitrag in der zeitnahen Versorgung des Patienten.

NAI vom 1.12.2016: Frohe Weihnachten

Im aktuellen Titelbeitrag der Neuen Apotheken Illustrierten lesen Sie 24 Tipps für die Adventszeit.

HIV: Jeder siebte Infizierte ahnungslos

Zwischen Infektion und Diagnose vergehen im Durchschnitt vier Jahre.

Diese Berufe machen krank

In einigen Branchen haben Beschäftigte doppelt so viele Fehltage wie in anderen.

Immer mehr Deutsche sind magersüchtig

Essstörungen treten heute deutlich häufiger auf als noch vor vier Jahren.

"Legal Highs" nicht länger legal

Neues Gesetz verbietet Herstellung und Weitergabe ganzer Stoffgruppen.

Warum Stadtleben krank macht

Psychiater warnen vor den Auswirkungen moderner Lebensumstände auf die Psyche.

Alzheimer: Neuer Arzneistoff enttäuscht

Die Fachwelt erwartete viel, doch eine große Studie zeigte keinen nennenswerten Effekt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen