Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik "Pille danach" wird rezeptfrei

Aktuelles

Blister (orangefarben) mit

Die EU-Kommission hat für die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Ulipristal die Rezeptpflicht aufgehoben.
© AKWL

Do. 08. Januar 2015

"Pille danach" wird rezeptfrei

Die EU-Kommission hat für Notfall-Verhütungsmittel mit dem Wirkstoff Ulipristal die Rezeptpflicht EU-weit aufgehoben. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat angekündigt, dass die "Pille danach" nun auch in Deutschland rezeptfrei wird. Die deutschen Apotheker begrüßen diese Entwicklung und bekräftigen ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Anzeige

Die EU-Kommission ist gestern, am 7. Januar 2015, einer wissenschaftlichen Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA gefolgt und hat den Wirkstoff Ulipristalacetat zur Notfall-Empfängnisverhütung von der Rezeptpflicht entbunden. Dem bei der EMA zuständigen Ausschuss zufolge könnten Frauen das Arzneimittel auch ohne ärztliche Verordnung sicher und effektiv anwenden.

Das Votum der EU-Kommission ist zwar grundsätzlich auch für Deutschland bindend, bei empfängnisverhütenden Arzneimitteln können die EU-Mitgliedstaaten aber abweichende nationale Regeln schaffen. Wie Presseagenturen berichten, hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe heute, am 8. Januar, nun aber angekündigt, der Entscheidung der EU-Kommission zu folgen. Zudem habe er angekündigt, auch den zweiten verwendeten, bislang ebenfalls rezeptpflichtigen Wirkstoff zur Notfall-Empfängnisverhütung – Levonorgestrel – freizugeben. Damit würde die "Pille danach" (unabhängig vom verwendeten Wirkstoff) auch in Deutschland ohne Rezept zugänglich werden.

Dem Präsidenten der Bundesapothekerkammer (BAK) Dr. Andreas Kiefer zufolge gilt dies "allerdings nicht ab sofort, da die Entscheidung erst in deutsches Recht überführt werden muss". Der genaue Termin, ab wann das Notfall-Verhütungsmittel rezeptfrei verfügbar sein wird, steht bislang ebenso wenig fest wie mögliche Detailregelungen zur Abgabe. Dennoch begrüßen die Apotheker die Entwicklung: "Ohne Rezeptpflicht könnten wir den Frauen noch schneller weiterhelfen. In den wohnortnahen Apotheken mit ihrem niedrigschwelligen und flächendeckenden Nacht- und Notdienst erhalten Frauen die 'Pille danach' umgehend", sagt Kiefer. Die Wirkung der "Pille danach" ist umso sicherer, je früher sie im Notfall eingenommen wird. Der BAK-Präsident bekräftigt zudem, dass "die Apotheker zur rezeptfreien 'Pille danach' kompetent beraten, um die größtmögliche Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten und einen Missbrauch zu verhindern."

Ulipristalacetat wirkt verhütend, indem es den Eisprung verhindert oder hinauszögert. Dazu kann das Arzneimittel bis zu fünf Tage nach einer Verhütungspanne oder ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Je früher es eingenommen wird, desto zuverlässiger wirkt es. Die "Pille danach" bietet aber ebenso wie andere Verhütungsmittel keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft. Die "Pille danach" ist für den Notfall gedacht und kann andere Verhütungsmethoden nicht ersetzen. Sie ist nicht als Abtreibungsmittel einzustufen.

FH/ABDA/PZ

Lesen Sie dazu auch: "Wie wirkt die 'Pille danach'?"

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Welche Reise-Impfung brauche ich?

Experten stehen am kostenlosen Lesertelefon für alle Fragen zum Thema Reise-Impfschutz bereit.

Kopfairbag anstatt Fahrradhelm?

Ein Kopfairbag wird um den Hals getragen und bläst sich bei einem Aufprall auf.

So gelingt der Start in die Rente

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie, wie Sie sich auf die neue Lebensphase vorbereiten können.

FSME: Jetzt noch impfen lassen

Viele Teile Deutschlands gehören mittlerweile zu Risikogebieten.

Nach Herzinfarkt zurück in den Job?

In fast allen Fällen ist das möglich, sogar bei körperlich schwerer Arbeit.

Was steckt hinter chronischem Husten?

Manchmal liegt die Ursache nicht in den Atemwegen oder der Lunge.

Kinder: Gentest zeigt Risiko für Depression

Der Test zeigt auch, in welchem Alter die Erkrankung auftreten könnte.

Testament selbst verfassen?

Wer keinen Notar damit beauftragen möchte, muss einige wichtige Dinge beachten.

Tipps zum Umgang mit Wirkstoffpflastern

In der Packungsbeilage sind oft nicht alle wichtigen Hinweise aufgelistet.

Kinderwunsch bleibt oft unerfüllt

Viele Frauen in Europa haben weniger Kinder, als sie sich eigentlich wünschen.

Beweg Dich: So gut ist Sport

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten erfahren Sie, warum Bewegung so wichtig ist.

Neue Fälle von Tollwut in New York

Seit Beginn des Jahres wurden sechs Tollwutinfektionen bei Tieren bestätigt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Krank und was jetzt?

TreppenlifteHaben Sie sich schon einmal im Internet über Krankheiten und Therapien schlau gemacht?

Machen Sie mit bei der größten Befragung unter Patienten in Deutschland!

Themenspecial: Gesunde Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Gesunde Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes über die richtige Pflege für jeden Hauttypen.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Anzeige

Service

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen