Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik 2015 wird ein unruhiges Jahr

Aktuelles

Udo van Kampen im Interview, Pharmacon Schladming 2015

Der Journalist Udo van Kampen sprach auf der Internationalen Fortbildungswoche der deutschen Bundesapothekerkammer in Schladming, Österreich.
© PZ/Müller

Do. 22. Januar 2015

Udo van Kampen: 2015 wird ein unruhiges Jahr

Zu einer friedlichen Zukunft in Europa gibt es keine Alternative. Das sagte der Journalist, Europa- und Amerikakenner Udo van Kampen im Rahmen der Internationalen Fortbildungswoche der deutschen Bundesapothekerkammer. aponet.de fragte nach und wollte wissen, was die Deutschen konkret bedroht und erwartet.

Anzeige

Herr van Kampen, wovor müssen die Deutschen in Zukunft am meisten Angst haben?

UvK: Die Deutschen müssen am meisten Angst davor haben, dass die EU und der Euro auseinander brechen. Deutschland profitiert sowohl durch den Euro als auch durch den Binnenmarkt am meisten von der EU. Das wird von vielen Bürgern nicht richtig wahrgenommen. Deutschland sollte sich hüten in Brüssel zu dominant aufzutreten. Die Angst vor einem übermächtigen Deutschland ist bei einigen Mitgliedsländern immer noch unterschwellig vorhanden.

Wie sieht die nahe Zukunft von Europa aus?

UvK: Das wird ein unruhiges Jahr für Europa. Die Eurokrise ist noch nicht vorbei. Außenpolitische Konflikte nehmen eher zu als ab. Und es gibt noch keine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in Deutschland. Das ist ein großes Versäumnis. Hier hat Europa einen riesigen Nachholbedarf.

Rechnen Sie in Europa eher mit einer Inflation oder einer Deflation?

UvK: Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich sehe die von der EZB postulierte Deflation und daraus resultierende wirtschaftliche Rezession nicht. Meine Kritik an der derzeitigen Politik der EZB: Die Zinsen sind schon bei null. Die jetzt angekündigten Maßnahmen – massiver Aufkauf von Staatsanleihen – ist ihr letzter Schuss. Der muss sitzen und kommt aus meiner Sicht zu früh.

Was wird mit Griechenland passieren?

UvK: Griechenland wird in der Euro-Zone bleiben, aber es wird uns alle Geld kosten. Aber es geht ja in der EU nicht nur um monetäre Fragen. Ein Ausscheiden Griechenlands wäre ein Verstoß gegen die Solidarität in Europa - gegen die europäische Idee. Deshalb muss Griechenland in der EU bleiben, aber Geld aus dem Topf der EU sollte es nur gegen Reformen geben. Das darf sich nicht ändern.

Sie waren lange in Brüssel und den USA. Was sind die wichtigsten Unterschiede?

UvK: Die kulturellen Unterschiede sind enorm. Ich selbst bin sowohl Europäer als auch Transatlantiker. Europa sollte aus meiner Sicht ruhig mehr Selbstbewusstsein gegenüber den Amerikanern zeigen - sowohl in der Wirtschafts- wie in der Außenpolitik.

Eine letzte und persönliche Frage, die Sie mir aus der Sicht eines Gesundheitsmediums erlauben: Sie sind jetzt 65 Jahre alt, machen aber mit der Berufstätigkeit noch nicht Schluss – was hält Sie so fit?

UvK: Ich fahre viel Fahrrad. Doch das wichtigste: Ich habe Freude an der Arbeit. Als Journalist kommt man mit vielen Menschen zusammen, täglich wechseln die Themen. Journalist ist für mich der schönste Beruf der Welt.

Herr van Kampen, danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Chefredakteurin Jutta Petersen-Lehmann.

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Apotheke vor Ort ist nicht zu ersetzen

Nach Aufhebung der Preisbindung für ausländische Versender ist diese Infrastruktur gefährdet.

Kassen könnten Patienten entlasten

Es wären genug Überschüsse vorhanden, um die Zuzahlungen zu erlassen.

Essen: Gesund kommt vor lecker

Eine aktuelle Studie zeigt, was den Deutschen beim Thema Ernährung wichtig ist.

"Apotheke ist nah am Patienten"

In einem Kurzfilm macht sich CDU-Politiker Wolfgang Bosbach für die Apotheke vor Ort stark.

Jeder Achte hat E-Zigaretten probiert

Regelmäßige Nutzer sind vor allem Tabakraucher und Ex-Raucher.

Impfung: Große regionale Differenzen

In Teilen von Deutschland bestehen nach wie vor Impflücken.

Neue Arzneimittel oft ohne Zusatznutzen

Jedes dritte neue Medikament hat keine Vorteil gegenüber bekannten Präparaten.

Lücken beim Kampf gegen Hepatitis

Ein Studie offenbart, dass viele Länder den Schutz der Bevölkerung vor Hepatitis vernachlässigen.

Zuzahlungsbefreiung ab sofort beantragen

Der Zuzahlungsrechner auf aponet.de sagt, wo 2017 die persönliche Belastungsgrenze liegt.

Favorit Kartoffeln: Was Senioren essen

Eine Umfrage zeigt, wie sich die Ernährungsgewohnheiten im Alter verändern.

Apothekennotdienst zum Jahreswechsel

Apotheken leisten auch an Silvester und Neujahr Nacht- und Notdienst.

Neujahr: Rauchstopp gut vorbereiten

Wer wirklich aufhören will, muss seine innere Einstellung ändern.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen