Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Immer mehr Gluten-Unverträglichkeiten

Aktuelles

Grundschulkind, Mädchen, mit belegtem Brot

Bei Zöliakie verträgt der Körper bestimmte Anteile von Getreide nicht. Die kleinen Patienten brauchen also spezielles Brot.
© Ermolaev Alexandr - Fotolia

Mi. 28. Januar 2015

Zöliakie: mehr Neuerkrankungen bei britischen Kindern

Die Zahl jüngerer Kinder, bei denen eine Zöliakie, also eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, diagnostiziert wurde, ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich angestiegen. Das zumindest besagen Zahlen aus einer aktuellen Studie für Großbritannien.

Anzeige

Von mehr als 2 Millionen Kindern, deren Daten aus einer britischen Gesundheitsdatenbank stammen, war zwischen 1993 bis 2012 bei 1.247 Kindern eine Zöliakie diagnostiziert worden. Das entspreche pro Jahr ungefähr einem neuen Fall pro 10.000 Kinder, schreiben Dr. Laila Tata von der University of Nottingham und Kollegen im Fachblatt British Medical Journal. In ihrer Studie wiesen die Forscher nun nach, dass sich die Zahl der Neudiagnosen bei Kindern über zwei Jahren innerhalb von 20 Jahren fast verdreifachte. Im Vergleich zum Zeitraum von 1993 bis 1997 lag die Diagnoserate in den Jahren von 2008 bis 2012 um 75 Prozent höher. Wie häufig bei Kindern eine Gluten-Unverträglichkeit festgestellt wurde, hing unter anderem auch mit dem sozialen und ökonomischen Hintergrund zusammen. Bei Kindern aus einkommensschwachen Familien wurde die Krankheit nur halb so häufig diagnostiziert, berichten die Forscher.

Der Grund dafür, dass die Zahl der Neuerkrankungen insgesamt zugenommen habe, liege vermutlich nicht daran, dass immer mehr Menschen daran erkranken. Denkbar sei vielmehr, dass immer mehr Menschen schon einmal von der Krankheit gehört haben und sie in der Öffentlichkeit daher eher wahrgenommen wird. Darüber hinaus hätten sich die Diagnosemöglichkeiten mit den Jahren verbessert, so die Forscher. Dass Zöliakie bei Kindern aus ärmeren Familien seltener diagnostiziert werde, hänge vermutlich ebenfalls mit der Wahrnehmung zusammen, vermuten die Forscher.

Es sei anzunehmen, dass in Großbritannien bei bis zu einem Prozent aller Kinder Marker für Zöliakie im Blut zu finden sind, schreiben die Forscher. Bei der Zöliakie kommt es zu einer Autoimmunreaktion, die durch Gluten ausgelöst wird. Dies ist ein Klebereiweiß, das in Getreidearten wie Weizen, Gerste oder Roggen enthalten ist. Bei Betroffenen schädigen schon kleinste Mengen den Dünndarm, so dass sich Menschen mit Zöliakie ein Leben lang glutenfrei ernähren müssen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Klinische Studien sind sehr sicher

In den letzten 15 Jahren kam es in Deutschland zu keinem einzigen schweren Zwischenfall.

Online-Coaching bei Diabetes

Zu diesem Thema beraten Experten am Donnerstag, 14. November, am kostenlosen Lesertelefon.

E-Zigaretten: Ursache für Todesfälle gefunden?

Für die mysteriösen Lungenkrankheiten in den USA könnte Vitamin-E-Öl verantwortlich sein.

Wie sinnvoll sind Arzneimittelbewertungen?

Darüber diskutieren Experten beim 7. OTC-Gipfel in Düsseldorf.

Pilotprojekt zum E-Rezept startet

Patienten in Stuttgart und Tuttlingen können künftig ein elektronisches Rezept empfangen.

Internetsucht bei Jugendlichen steigt

Vor allem soziale Medien und Online-Computerspiele sind ein großer Suchtfaktor.

Online-Therapie hilft bei Panikattacken

Auf diese Weise lässt sich die Wartezeit auf einen Therapieplatz gut überbrücken.

Demenz vorbeugen, erkennen, behandeln

Im aktuellen Spezial der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um das Thema Demenz.

E-Zigaretten: Liquids nicht selbst mischen

Gewisse Inhaltsstoffe können der Lunge schaden, zum Beispiel Mineral- und Pflanzenöle.

Mediziner warnen vor E-Zigaretten

Die Risiken für die Gesundheit sind bislang noch nicht absehbar, mahnen Lungenfachärzte.

Wer arbeitslos ist, stirbt früher

Einer neuen Studie zufolge verdoppelt Arbeitslosigkeit das Risiko für einen frühen Tod.

Bitter schmeckende Kürbisse nicht essen

Grund für den bitteren Geschmack kann ein giftiger Stoff sein, der den Darm schädigt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen