Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Alkohol: Nächtliches Verkaufsverbot wirkt

Aktuelles

Tankstelle bei Nacht

Seit März 2010 dürfen in Baden-Württemberg zwischen 22 und 5 Uhr an Tankstellen, Supermärkten und Kiosken keinerlei alkoholische Getränke mehr verkauft werden.
© Carolyn Franks - Fotolia

Di. 10. Februar 2015

Alkohol: Nächtliches Verkaufsverbot wirkt

In Baden-Württemberg gilt seit dem Jahr 2010 ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. Offenbar zeigt dies erste positive Effekte: Jugendliche werden laut Forschern des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) seltener wegen alkoholbedingter Probleme ins Krankenhaus eingeliefert.

Anzeige

Das nächtliche Alkoholverkaufsverbot wirkt – wenn auch nicht übermäßig stark: Bei den 15- bis 19-Jährigen und bei den 20- bis 24-Jährigen sind die alkoholbedingen Krankenhaus-Einlieferungen seit Beginn des Verkaufsverbots jeweils um etwa sieben Prozent gesunken – am stärksten bei jüngeren Männern. Zudem kamen infolge des Verkaufsverbots weniger Personen aufgrund von Körperverletzungen ins Krankenhaus. "Baden-Württemberg konnte sich damit dem allgemeinen Trend widersetzen", so Jan Marcus vom DIW Berlin. In allen Bundesländern außer Baden-Württemberg seien 2011 die alkoholbedingten Krankenhaus-Einlieferungen angestiegen. Allein in den ersten 22 Monaten nach Inkrafttreten konnten über 700 alkoholbedingte Krankenhaus-Einlieferungen in Baden-Württemberg vermieden werden.

"Jugendliche kaufen seltener Alkohol auf Vorrat und haben in der Regel weniger Geld zur Verfügung, so dass sie Alkohol öfter in Supermärkten und Tankstellen kaufen als Erwachsene, die einfacher auf Kneipen und Restaurants ausweichen können", erklärt Thomas Siedler vom HCHE. Daher entfalte das nächtliche Alkohol-Verkaufsverbot seine Wirkung nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Bei den älteren Erwachsenen ab 25 Jahren stellten die Forscher dagegen keine nennenswerte Reaktion fest.

Seit März 2010 gehen in Baden-Württemberg zwischen 22 und 5 Uhr an Tankstellen, Supermärkten und Kiosken keinerlei alkoholische Getränke mehr über die Ladentheke. Lediglich in Restaurants und Bars ist der Ausschank von Alkohol weiter erlaubt. Für die Studie werteten die Forscher eine 70-Prozent-Stichprobe aller Krankenhaus-Einlieferungen in Deutschland für die Jahre 2007 bis 2011 aus. Alleine das Jahr 2011 umfasste Daten von 13 Millionen Krankenhaus-Aufenthalten.

HCHE/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Apotheken brauchen Planungssicherheit

Um Innovationen zu fördern, fordern Apotheker klare ordnungspolitische Eckpfeiler.

Arbeitsweg: Pendeln belastet die Psyche

Ein langer Weg zum Arbeitsplatz geht oft mit psychischen Erkrankungen einher.

Masern: Viele Kinder sind nicht geschützt

Neue Zahlen zeigen, dass es in Deutschland immer noch Nachholbedarf gibt.

Lieber krank werden als zum Impfen?

Beim Thema Impfen haben viele Eltern riskante Wissenslücken.

Väter bleiben häufiger beim kranken Kind

Der Anteil an Vätern, die mit ihrem Kind zu Hause bleiben, hat sich seit 2007 verdoppelt.

Senioren: Angst vor Alzheimer ist groß

Mehr als jeder zweite Senior fürchtet sich vor dem Gedächtnisverlust.

NAI vom 15.4.2018: Heuschnupfen

Im Titelbeitrag der aktuellen Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um Heuschnupfen.

Hausapotheke regelmäßig ausmisten

Abgelaufene Medikamente sind oft nicht mehr wirksam.

Lesertelefon: Parkinson-Therapie

Experten klären zum Welt-Parkinson-Tag über die Behandlung der Krankheit auf.

Stress: Jeder Zweite fürchtet Burn-out

Viele Arbeitnehmer fühlen sich durch Termindruck und Überstunden sehr gestresst.

Kassen zahlen bald Vierfach-Impfstoff

Dieser kann der Grippe besser vorbeugen als der bislang häufig verwendete Dreifach-Impfstoff.

2017: Über 2200 Behandlungsfehler

Gutachter haben für das vergangene Jahr 2.213 ärztliche Behandlungsfehler bestätigt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Anzeige

Signia geht im April auf Innovationstour

ABDAUnglaublich, was ein Hörgerät heute alles kann. Nicht mehr nur Medizinprodukt, sondern kleines Technikwunder. Erleben Sie die Innovationen rund um das Thema Hören im April live in Ihrer Stadt.

Lesen Sie hier mehr!

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Besser hören

Frau mit Hut im GrünenIm Themenspecial Besser hören nennt aponet.de die besten Tipps und viel Wissenswertes, wie sich Tinnitus und Hörschäden vermeiden lassen und wie man ein schlechtes Gehör ausgleichen kann.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen