Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik "Pille danach" ohne Rezept in Apotheken

Aktuelles

Blonde Apothekerin lächelnd, an Notdienstfenster

Auch im Notdienst am Sonntag können Patientinnen die "Pille danach" rezeptfrei in der Apotheke erhalten.
© pix4U - Fotolia

Fr. 13. März 2015

"Pille danach" ohne Rezept in Apotheken erhältlich

Die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat ist ab Samstag, 14.03.2015, rezeptfrei in Apotheken vor Ort erhältlich. Apotheker beraten diskret zu dem Notfall-Verhütungsmittel. Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel werden voraussichtlich erst später verfügbar sein. In Online-Apotheken bekommt man die "Pille danach" gar nicht. Was Patientinnen sonst noch wissen müssen, darüber informiert die Apothekerkammer Hamburg.

Die "Pille danach" ein Notfall-Medikament. Sie ist für Frauen, die nach ungeschütztem Sex eine ungeplante Schwangerschaft verhindern wollen. Die Wirkung beruht auf der Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs. Die "Pille danach" ist daher nur wirksam, wenn sie rechtzeitig vor dem Eisprung angewendet wird. Ist der Eisprung bereits erfolgt, kann trotz Einnahme eine Schwangerschaft zustande kommen, zumal die Spermien etwa fünf Tage überlebens- und befruchtungsfähig sind. Es gilt die Devise: Je schneller die "Pille danach" nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr verwendet wird, desto sicherer ist sie. Präparate mit Levonorgestrel sind bis maximal 72 Stunden nach dem Sex wirksam, die Ulipristal-haltige "Pille danach" bis zu 120 Stunden.

Anzeige

Es ist von Vorteil, wenn Patientinnen die "Pille danach" persönlich verlangen. So kann der Apotheker sicherstellen, dass das Medikament auch wirklich für den Notfall bestimmt ist und die Einnahme unbedenklich ist. Wird zum Beispiel der Partner geschickt, kann die Ausgabe des Präparats verweigert werden. Bei minderjährigen Patientinnen entscheidet der Apotheker nach Einzelfall, ob er die Abgabe verantwortet oder zum Arztbesuch rät.

Frauen, die die "Pille danach" verlangen, nennen dem Apotheker am besten auch andere, bereits eingenommene Arzneimittel, da manche von ihnen die Wirksamkeit der "Pille danach" hemmen. Dazu zählen bestimmte Psychopharmaka, Antiepileptika und Antibiotika. Apotheker können zudem über die Nebenwirkungen aufklären. Typisch sind Übelkeit, Erbrechen Schwindel, Bauch- und Unterleibsschmerzen. Falls sich die Patientin innerhalb von drei Stunden nach Einnahme des Präparats erbricht, muss umgehend eine weitere "Pille danach" eingenommen werden.

Die "Pille danach" ist kein dauerhaftes Verhütungsmittel. Die "Anti-Baby-Pille" muss auch nach der Einnahme einer "Pille danach" weiter eingenommen werden. Zusätzlich ist es ratsam, bis zur nächsten Monatsblutung mit einer Barrieremethode zu verhüten, beispielsweise mit Kondom. Wer unsicher bei Fragen der Verhütung ist, kann sich vom Apotheker beraten lassen. Dies kann auch diskret, z.B. ungestört in einem separaten Raum geschehen, so die Apothekerkammer Hamburg.

AK Hamburg/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Mit Medikamenten Steuern sparen

Das Finanzamt rechnet einige Ausgaben für die Gesundheit in der Steuererklärung an.

Apotheken versorgen flächendeckend

Die Arzneimittelversorgung durch Apotheken vor Ort ist effizient, preiswert und sicher.

Langer Schulweg stresst Kinder

Die langen Fahrzeiten zur Schule wirken sich negativ auf die Gesundheit aus.

Diabetes erhöht das Schlaganfallrisiko

Bei Frauen mit Diabetes ist die Gefahr für einen Hirnschlag um 50 Prozent erhöht.

Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt weiter

Vor allem Einzelapotheken mussten in den vergangenen Monaten schließen.

Deutsche fordern mehr Routine bei OPs

9 von 10 Bürgern fordern Mindestmengen für bestimmte Operationen in Kliniken.

Schwarz-rot lehnt Impfpflicht ab

Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP hervor.

Cannabis jetzt legal in Kalifornien

Seit Jahresbeginn 2018 ist die Droge dort für Erwachsene frei erhältlich.

NAI vom 1.1.2018: Gesunde Ernährung

Im Titelbeitag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um das Thema gesunde Ernährung.

Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 2018

Ab 2018 haben Männer über 65 Anspruch auf ein Screening der Bauchschlagader.

Neue Antibiotika und Mittel gegen Krebs

Im kommenden Jahr werden rund 30 neue Medikamente zugelassen.

Nichtraucher werden: Diese 3 Tipps helfen

Ein Apotheker erklärt, wie der Rauchstopp klappen kann.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen