Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Regierung gegen Cannabis-Eigenanbau

Aktuelles

Cannabis-Pflanze

Eigenanbau von Cannabis als Medizin ist für die Bundesregierung undenkbar.
© sarra22 - Fotolia

Mo. 13. April 2015

Cannabis als Medizin: Regierung schließt Eigenanbau aus

Die Bundesregierung will auch in Ausnahmefällen keinen Eigenanbau von Cannabis als Medizin zulassen. Sie hält es "aus pharmazeutischer und medizinischer Sicht nicht für vertretbar", dass sich Patienten mit "im eigenen Umfeld selbst hergestellten Arzneimitteln unbekannter Qualität selbst therapieren". Darauf weist sie in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linken zu den angekündigten Erleichterungen bei der Behandlung mit Cannabis als Medizin hin.

Anzeige

"Im Gegensatz zu Medizinal-Cannabisblüten genügen selbst angebaute Cannabisprodukte keinerlei Qualitätskriterien", heißt es in der Antwort. Eine Schädigung des Patienten sei nicht auszuschließen, ferner sei die ärztliche Begleitung der Selbsttherapie stark erschwert. Auch eine Anpassung des Strafrechts, um den Erwerb von Cannabis zur Selbsttherapie künftig straffrei zu machen, hält die Bundesregierung laut Antwort nicht für erforderlich. Schon jetzt könne die Staatsanwaltschaft von einer Strafverfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen ist und er das Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut.

Hintergrund der Anfrage ist die derzeitig geführte Debatte über den Einsatz von Cannabis bei der Behandlung von chronischen Schmerzpatienten aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts (VG) Köln. Dies hatte im Juli 2014 entschieden, dass schwerkranke Patienten Cannabis zum therapeutischen Eigenbedarf selbst anbauen dürfen, vorausgesetzt herkömmliche Arzneimittel helfen nicht und die Patienten können sich Cannabis aus der Apotheke finanziell nicht leisten. Die Bundesregierung hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Einen künftig womöglich legalen Eigenanbau von Cannabis will sie erwartungsgemäß verhindern. Gleichzeitig kündigte sie ein Gesetzesvorhaben an, um die Hürden für die Nutzung von Cannabis als Medikament zu senken. So sollen etwa die durch die Behandlung anfallenden Kosten künftig von den Kassen übernommen werden.

et/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Grippeimpfung in Apotheken

In welchen Regionen es Modellprojekte zur Grippeimpfung gibt, lesen Sie hier.

Senioren müssen bei Alkohol aufpassen

Ab einem gewissen Alter wird Alkohol oft schlechter vertragen.

Covid-19: Fortschritt bei Impfung

Berliner Forscher haben hochwirksame Antikörper gegen das Coronavirus identifiziert.

Heute ist Weltapothekertag

Apotheker setzen sich überall auf der Welt für die Gesundheit der Menschen ein.

Das Sexleben der Deutschen

Forscher haben erste Daten zur Gesundheit und Sexualität in Deutschland veröffentlicht.

Mit wem verbringen wir am liebsten Zeit?

Forscher haben untersucht, ob uns Zeit mit der Familie oder den Freunden glücklicher macht.

Corona: Treffen mit Freunden nehmen zu

Trotz der anhaltenden Pandemie normalisiert sich der Alltag bei vielen Menschen wieder.

Ärzte verordnen zu oft Reserveantibiotika

Im Jahr 2019 war jedes zweite verordnete Antibiotikum ein Reservemedikament.

Richtig Essen bei hohem Cholesterin

In einer neuen Serie überprüft die NAI Fakten und Mythen rund um die Ernährung.

Schweinefleisch ist oft verunreinigt

Jedes zehnte Schweinefleischprodukt ist mit Hepatitis-E-Viren kontaminiert.

Apotheker helfen bei häuslicher Gewalt

Betroffene können in Apotheken mit einem Codewort unauffällig um Hilfe bitten.

Mehr FSME-Fälle als je zuvor

Die Corona-Pandemie könnte dazu beigetragen haben, glauben Experten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen