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Die Europäische Kommission hat ein Medikament zur HIV-Prophylaxe zugelassen.

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Ein bekanntes Kombinationsmittel darf ab sofort auch in Europa auch zur Vorbeugung einer HIV-Infektion eingenommen werden. Laut Hersteller genehmigte die Europäische Kommission die Zulassungserweiterung des Präparats, das in vielen anderen Ländern bereits zugelassen ist.

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Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko können das Medikament anwenden, um eine Infektion zu verhindern. Dazu nehmen sie einmal täglich eine Tablette mit den Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil. Die Zulassung beruht auf zwei großen placebokontrollierten Studien, in denen das Medikament das Ansteckungsrisiko mit HIV bei senken konnte. Die Nebenwirkungen, am häufigsten Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust, waren bereits von der Anwendung des Arzneimittels bei HIV-Positiven bekannt. Die vorbeugende Einnahme eines HIV-Mittels wird auch als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bezeichnet.

Der Hersteller weist darauf hin, dass das Medikament allein nur von Personen genommen werden sollte, die nicht mit HIV infiziert sind. Bei unklarem Infektionsstatus oder nachgewiesener Infektion muss das Mittel mit anderen Medikamenten kombiniert werden, da es unter alleiniger Einnahme zur Resistenzbildung kommen kann. Die medikamentöse PrEP in Kombination mit anderen vorbeugenden Maßnahmen, etwa dem Gebrauch von Kondomen, werde weltweit in Leitlinien empfohlen. Außer in Europa ist das Arzneimittel auch in Australien, Kanada, Kenia, Peru, Südafrika und den Vereinigten Staaten von Amerika zur PrEP zugelassen. Als Infektionsprophylaxe fällt das Mittel nicht in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung. Wer es anwenden möchte, muss deshalb die Kosten selbst tragen.

am/PZ/NK

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