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Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen das Internet übermäßig.

Experten raten Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern Zeiten für die Internetnutzung festzulegen.
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Mo. 06. Februar 2017

Internetsucht: Immer mehr Kinder betroffen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die das Internet übermäßig nutzen, steigt. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des "Safer Internet Day" am 7. Februar hin. Eine neue BZgA-Studie zeigt, dass heute deutlich mehr Jugendliche an computerspiel- oder internetbezogenen Störungen leiden als noch vor wenigen Jahren: Mittlerweile seien etwa 270.000 Jugendliche von einer Internetsucht betroffen – das sind etwa doppelt so viele wie im Jahr 2011.

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Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren sind der Studie zufolge durchschnittlich 22 Stunden pro Woche online – allerdings nicht im Zusammenhang mit Schule, Studium oder der Arbeit, sondern allein zum Kommunizieren, Spielen oder zur Unterhaltung. Als Zugangsweg ins Internet spiele das Smartphone mit Abstand die größte Rolle. "Online sein ist für Jugendliche wesentlicher Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung", kommentiert BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss die Ergebnisse der Studie "Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015".

Was sie online tun, ist bei Jungen und Mädchen unterschiedlich: 84,3 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren nutzen täglich soziale Netzwerke, gleichaltrige Jungen zu 77,2 Prozent. Dagegen spielen 36,2 Prozent der männlichen Jugendlichen täglich Computerspiele, bei den gleichaltrigen Mädchen sind es nur 11,3 Prozent. "Die Zahlen bestätigen, wie wichtig es ist, Jugendlichen die Risiken der exzessiven Nutzung von Internet, Smartphones und Computerspielen aufzuzeigen", so Thaiss. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, ergänzt: "Gerade Jugendliche müssen lernen, das Netz selbstbestimmt und im richtigen Maß zu nutzen. Sonst besteht die Gefahr, dass für das reale Leben neben dem virtuellen kein Platz mehr bleibt." Die Experten raten Eltern, möglichst viel Zeit gemeinsam als Familie zu verbringen und den Internetkonsum der Kinder zu begrenzen. So könnten die Familienmitglieder zum Beispiel gemeinsam vereinbaren, wie viel Zeit die Kinder online verbringen. Auch solle gemeinsam geplant werden, welche Angebote sie nutzen.

cd/PZ/NK

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