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Die Behandlung von Parodontitis startet oft zu spät.

Eine Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zum Verlust der Zähne führen kann.
© © proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski

Do. 27. April 2017

Parodontitis: Therapie kommt oft zu spät

Die Parodontitis-Behandlung verfehlt offenbar häufig ihr Ziel, Zähne zu erhalten. Dies geht aus dem aktuellen Barmer Zahnreport 2017 hervor. Nach der Therapie gehen demnach bei etwa einem Drittel der Erkrankten und damit bei bundesweit 440.000 Personen innerhalb von vier Jahren Zähne verloren. Hauptgrund dafür sei, dass die Behandlung zu spät beginne.

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"Die Parodontitis-Therapie scheint für viele Patienten spät oder zu spät zu kommen. Dabei ist sie eigentlich hilfreich. Wir können den Betroffenen daher nur dringend raten, frühzeitig zum Zahnarzt zu gehen und dessen Therapie-Empfehlungen auch konsequent umzusetzen", sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Wer nicht jährlich zur Kontrolluntersuchung gehe, verdopple sein Risiko, im zeitlichen Umfeld der Parodontitis-Therapie Zähne zu verlieren. Wichtig sei auch eine regelmäßige Nachsorge, da es sich bei Parodontitis um eine chronische Erkrankung handle.

Wie aus der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie vom Institut der Deutschen Zahnärzte hervorgeht, ist hierzulande mehr als die Hälfte der Erwachsenen mittleren Alters von Parodontitis betroffen, vielfach ohne es zu wissen. Unter den Senioren leiden sogar nahezu zwei Drittel darunter. Laut Barmer Zahnreport lassen etwa 50 Prozent der erwachsenen Versicherten, in einem Zeitraum von zwei Jahren eine Parodontitis-Untersuchung vornehmen. Nur weniger als zwei Prozent der Versicherten haben im Jahr 2015 eine Therapie durchlaufen. "Auch wenn natürlich nicht jeder Betroffene jedes Jahr eine Therapie benötigt, gibt es doch eine deutliche Diskrepanz zwischen den an Parodontitis-Erkrankten und den Behandelten. Dies ist umso bedenklicher, da der Therapieerfolg immer unsicherer wird, je weiter die Erkrankung vorangeschritten ist", sagt Studienautor Prof. Dr. Michael Walter, Direktor der Dresdener Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.

Besonders wichtig seien Früherkennungs- und Nachsorgeuntersuchungen zu Parodontitis bei Zuckerkranken. Zahnentfernungen nach einer Parodontitis-Therapie seien bei Diabetikern deutlich häufiger. Bei jungen Diabetikern sei das Risiko mehr als doppelt so hoch wie bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Straub fordert daher, dass die regelmäßige Kontrolle auf Parodontitis zum Bestandteil der bereits bestehenden Behandlungsprogramme für Diabetiker werden soll.

Barmer GEK/NK

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