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Um sich vor schwarzem Hautkrebs zu schützen, reicht es nicht aus, sich mit Sonnencreme einzucremen.

Lange Kleidung bietet einen besseren Schutz vor schwarzem Hautkrebs als Sonnencreme.
© Darren Baker - Fotolia

Di. 30. Mai 2017

Hautkrebs: Sonnencreme allein reicht nicht

Aktuell herrschen fast in ganz Deutschland hochsommerliche Temperaturen. Doch ein Sonnenbad schadet der Haut - selbst dann, wenn man zuvor Sonnencreme aufgetragen hat. Das jedenfalls legt ein Vortrag nahe, den die Hautkrebsexpertin Dr. Teresa Amaral von der Universitätshautklinik Tübingen auf einer Apothekerfortbildung in Meran, Südtirol, gehalten hat.

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Wer aus dem Urlaub mit blasser Haut zurückkehrt, hat in Sachen Hautschutz alles richtig gemacht. Der Hautkrebsexpertin Dr. Amaral zufolge bedeuten nämlich auch leichte Rötungen und Bräune bei ansonsten eher blassen Menschen, dass es bereits zu Hautschäden gekommen ist, die in der Summe und auf Dauer das Risiko für schwarzen Hautkrebs steigern. Dazu müsse man nicht erst Sonnenbrände erlitten haben. Ob Sonnenschutzmittel vor schwarzem Hautkrebs schützen, gilt laut einer aktuellen medizinischen Leitlinie als umstritten. Dr. Amaral sagte dazu, das Sonnenschutzmittel zwar das Risiko für Sonnenbrand und einer bestimmten Form des weißen Hautkrebses mindern, aber nicht das Risiko für den gefürchteten schwarzen Hautkrebs. Einer von mehreren Gründen sei, dass Sonnenschutzmittel von kaum jemandem in den Mengen aufgetragen werde, die eigentlich nötig wären. Besser sei es Dr. Amaral zufolge für die Haut, wenn man sich möglichst wenig dem Sonnenlicht aussetzt und auch im Alltag Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung abhaltende, lange Kleidung trägt.

Vor UV-Strahlung im Sonnenlicht schützt man sich nicht nur durch Kleidung, sondern auch, indem man die Mittagsonne meidet. In der Leitlinie zum Schutz vor Hautkrebs steht dazu: »Die stärkste Sonnenstrahlung tritt beim höchsten Sonnenstand zur Mittagszeit bei geringer Bewölkung auf. Etwa 50 Prozent der gesamten UV-Dosis eines Tages entfällt auf ein Zeitfenster von je zwei Stunden vor und nach dem Sonnenhöchststand. Daher gilt die Empfehlung, insbesondere bei sehr starker Sonneneinstrahlung den Aufenthalt im Freien in der Zeit zwischen 11 und 16 Uhr nach Möglichkeit ganz zu vermeiden.« Muss man in die Sonne, kann man die nicht von dicht gewebter Kleidung geschützten Hautbereiche mit Sonnenschutzmitteln bedecken. Wichtig ist aber, diese großzügig aufzutragen. Zudem gilt es, den Aufenthalt in der prallen Sonne nicht unnötig auszudehnen und nicht länger in der Sonne zu bleiben, als der Sonnenschutz hält. Sonnenbaden sollte man möglichst nicht. Oft vergessen Schwimmbadbesucher, nach einem Bad oder nach starkem Schwitzen nachzucremen. Apotheker beraten Fragen zur richtigen Anwendung von Sonnenschutzmitteln.

Völlig ausschließen kann man Risiken für UV-Schäden in der Haut aber trotz aller Vorsichtmaßnahmen nicht, vieles ist zudem schon vor Jahren und Jahrzehnten geschehen. Tritt doch schwarzer Hautkrebs auf, sollte er früh erkannt und operativ entfernt werden. Dr. Ameral machte klar, dass dies nach wie vor der einzige Weg ist, den Krebs zu heilen. Hat er gestreut, gibt es aber inzwischen einige Möglichkeiten, den Krebs länger als früher in Schach zu halten. Die mit modernen Wirkstoffen aus der Gruppe der Kinasehemmer und der Checkpoint-Inhibitoren erzielten Erfolge bei schwarzem Hautkrebs stellte Dr. Amaral in Meran vor. Heilung allerdings bringen auch diese Mittel bisher nicht.

Dr. Frank Schäfer

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